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Am 31. Jänner und ,10. Jänner. 527
chen Königen in Spanien, sondern auch von auswärtigen Fürsten
sehr hoch verehrt. Der heilige Ludwig, König in Frankreich, lud
ihn ein, ihn auf seinem Zuge ins gelobte Land zu begleiten. Er
wollte der Einladung, ungeachtet seines Alters und seiner körperli-
chen Gebrechlichkeit folgen, in der süßen Hoffnung, daß er viele
christliche Gefangene aus den Händen der Ungläubigen werde be-
freien können. Allein eine Krankheit hielt ihn zurück, und er vollen-
dete sein frommes und thätiges Leben in der Christnacht des Jah-
res l25>6. Sein Leichnam wurde in das ordentliche Begräbniß der
Religiösen gelegt; achtzig Jahre darnach aber auf Befehl Papsts
Beneditts IX. aus demselben erhoben, und in einer Kapelle beige-
setzt. Die Heiligsprechung erfolgte im Jahre 1628 von dem Papste
Urban VII I .
Bis zu seinem Tode war der heilige Petrus Nolaskus in Liebe
ergeben dem frommen Raymund von Pennafort, dem er sein gan-
zes Vertrauen fortwährend schenkte, und nicht allein alle Angelegen-
heiten seines Gewissens, sondern auch alle seines Ordens zur Be-
rathschlagung vorlegte. Raymund arbeitete nicht weniger eifrig, als
Petrus, für die Ehre Gottes, für den Glanz der heiligen Kirche,
und dadurch für das Heil unsterblicher Seelen. Der Glanz seiner
Wissrüfchaftcu und seines heiligen Wandels, zumal seiner thätigen
Nächstenliebe, vorbereitete sich allenthalben, obgleich er in seinem de-
müthigen Sinne jeden Vorzug zu verbergen suchte. Auf Verlangen
des päpstlichen Legaten Johann, wurde er diesem zum Gefährten
von dem Papste beigesellt in dem mühevollen Werke, einen Kreuz-
zug gegen die Sarazenen zu predigen. Die beschwerlichen Wande-
rungen in den verschiedenen Provinzen Spaniens, in denen er mit
eben so vieler Anstrengung als gesegnetem Erfolge predigte, machte
er zu Fuß, und beobachtete fortwährend die strenge klösterliche Le-
bensweise , ohne nur im Mindesten von feinem gewöhnten Bethen,
Wachen und Fasten nachzulassen. Nachdem er dieses Geschäft mit
großem Ruhme vollendet hatte, wurde er vom Papste Gregor IX.
nach Rom berufen, der seine Weisheit und seine Frömmigkeit be-
wunderte, ihm deßhalb sein Vertrauen schenkte, zu seinem Hauskap-
lan, zum Pönitentiar, sowie auch zu seinem eigenen Beichtvater ihn
bestellte, in jeder wichtigen Angelegenheit seinen Rath erholte, und
endlich ihm auftrug, die Verordnungen der römischen Päpste und
Concmen vom Jahre 115>U, wo Gratians Sammlung endigte, zu
sammeln, und in Ordnung zu bringen. In drei Jahren vollendete
Naymund dieses eben so schwere, als wichtige Werk, welches unter
dem Namen der Dekretalen Gregor IX. heut zu Tage noch besteht.
Um das Jahr 1233 wuröe er von dem Papste zum Erzbi-
schofe von Tarragona ernannt. Darüber ward er aber, weil er
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen