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Am 25. August. 535
Weisheit ergehen, um den Gesetzverlctzungen der Richter zu steuern,
die Schlichtung der Rechtshändel zu beschleunigen, den Wucher, die
Gotteslästerung, die Hazardspiele, und besonders die, öffentlich oer
Ausschweifung frohnenden Weibspersonen — diese Schande der
Menschheit, — dieses Grundverderben der Staaten — zu beseitigen.
Die Bedürfnisse seines Volkes selbst kennen zu lernen, durchwanderte
er die verschiedenen Provinzen seines Reiches, gab jedem, auch dem
geringsten, Unterthanen allenthalben Gehör, und ließ überall scgens-
volle Spuren seiner Gercchtigkeitslicbc, seiner Wohlthätigkeit und
seiner Frömmigkeit zurück. Er schloß mit Heir ich, dem Könige von
England, ein Freundschaftsbündniß, und dadurch dauerhaften Frie-
den. Er ließ Verzeichnisse der armen Landleutc jeder Pfarrei, die
ihres Alters wegen nicht mehr arbeiten konnten, aufnehmen, und
versorgte diese Unglücklichen mit allen nöthigen Lebensbedürfnissen.
Eben so hatte er Verzeichnisse der armen Edelleute jeder Provinz,
und der armen Mädchen, und ließ den Einen und den An-
dern so viel geben, als erforderlich war, ihren Bedürfnissen ab:
zuhelfen.
Papst Urban IV. bot dem heiligen Könige die Krone von Si-
cilien für einen seiner Söhne an; das Anerbieten ward aber abge-
lehnt, weil es ungerecht schien. Nicht so gewissenhaft war sein
Bruder, der Graf von Anjou. Getrieben von Herrschsucht nahm
er die Krone an. In ihm erhob sich der königliche Stamm des
Hauses Anjou, der in der Geschichte durch seine Unfälle so be-
rühmt ist.
Die morgenländischen Christen wurden durch die Grausamkeit
Bandokdars, der sich mit blutiger Hand zum Haupte der Mamelu-
ken erhoben hatte, mit dem gänzlichen Untergange bedroht. Ludwig
berief auf den 25. März 1267 eine Reichsvcrsammlung nach Paris,
um über diese, seinem Herzen so wichtige Angelegenheit, zu bera-
then. Es wurde ein zweiter Kreuzzug beschlossen, und im Jahre
1270 unter der Anführung des frommen Königs unternommen.
Man landete zuerst bei Tunis, in Afrika. Die übermäßige Hitze
des glühenden Himmelstriches verursachte eine Seuche, von welcher
in kurzer Zeit das halbe Heer hingerafft, und eidlich auch Ludwig
selbst ergriffen wurde. Er sah mit großer Seelenruhe dem Tode
entgegen, traf die nöthigen Vorkehrungen für sein Reich, gab die
rührendsten väterlichen Ermahnungen seinen Kindern, empfing mit
inbrünstiger Andacht die heiligen Sacramentc, empfahl Gott sein
Volk in heißen Seufzern, und starb mit der vollkommensten Erge-
bung in den Willen Gottes — ausgestreckt auf der Asche, auf die
er sich vor seinem Hinscheiden hatte legen lassen, am 25. August
1270, in seinem Gczelte vor Tunis. Ein Augenzeuge schrieb von
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen