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Der heilige Philippus Bemtius, Mönch.
«Am 2,^ , August.)
Das edlc Haus Benizi blühte in Florenz, in Italien. Aus
demselben ist entsprossen Philippus Benitius, welchen die Kirche als
Heiligen verehrt. Die Zeit seiner Geburt wird von den Geschicht-
schreibern , die seinen Vater Jakob, und seine Mutter Albaviridis
nennen, nicht angegeben. Er erhielt eine Erziehung, welche auf den
einzig wahren Grund, auf die Furcht des Herrn gegründet war.
Dadurch wurde er von dem Verderben der Welt bewahrt. Er wid-
mete sich mit großem Fleiße d^n schönen Wissenschaften in seinem
Vaterlandc, und begab sich darauf nach Paris, um sich auf die
Ä^zncikunde zu verlegen. Dazu ward er vorzüglich durch seine theil-
nehmende Nächstenliebe bewogen. Je mehr er bei seinem Studium
die wunderbare Einrichtung der Natur, und das nicht weniger wun-
dervolle Walten und Wirken in derselben kennen lernte, desto mehr
ward auch sein Herz angezogen an den allmachtigen Urheber dersel-
ben, desto mehr fühlte er sich angetrieben, diesen zu bewundern, zu
loben und zu preisen.
Nach einem längern Aufenthalte zu Paris, wo er das Anden-
ken eines eben so fleißigen, als frommen Schülers zurückließ, kehrte
er nach Florenz zurück, setzte seine Bestrebungen in der Arzncikundc
fort, und erlangte den Doktorgrad. Da ging er nun ernstlich mit
sich selbst zu Rathe, welche Lebensweise er wählen wolle; denn die
Ausübung der Arzneikunde ward um diese Zeit fast immer mit einem
andern Lebcnsberufe verbunden; größtentheils war sie in den Hän-
den der Geistlichen. Er flehte zu Gott um Erkenntniß des Weges,
auf dem er ihm am vollkommensten dienen könnte. Fünfzehn Jahre
vorher war der Orden der Servilen (der Diener Maria) gegründet
worden. Im Jahre 1233 gingen nämlich Bonfiglio Monaldi, Jo-
hann Marutti, Bcnedikt von Anvella, Bartholomäus Amidei, Rico-
vcro Uguccioni, Gehardin Sostcgni und Alerius Falconieri, alle an-
sehnlichen Herkommens, und größtentheils Kausieute, einen Bund ein
zu dcm Zwecke, dem Dienste Gottes und 'Maria sich gänzlich zu
widmen. Am 4. September des oben bezeichneten Jahres baten sie
ihren Bischof Arding um die Erlaubniß, an einem abgelegenen Orte
ein gemeinschaftliches Leben führen zu dürfen. Der Bischof willigte
in ihre Bitte, und sie verfügten sich zu einer Kapelle, die bei der
Stadtmauer zu Florenz sich befand, lagen da einzig nur dem Ge-
bethe und der geistlichen Betrachtung ob, und lebten vom Almosen.
Zu wiederholten Malen sollen sie auf wunderbare Art zu besondern
Dienern Mariens erklärt worden seyn. Angetrieben von dem Geiste
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen