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580 Der heilige Andreas Corsinus, Bischof.
und andere Kasteiungen war ihren andern Uebungen gleich. Sie
ertrug mit unwandelbarer Geduld verschiedene Prüfungen, die ibr
Gott zuschickte. Die schwerste derselben für sie war, daß sie in ih:
rer letzten Krankheit, während welcher der Magen weder Speise,
noch Getränke aufzunehmen vermochte, mit dem Genusse deü hoch-
heiligen Sacramentes, das sie sonst dreimal in jeder Woche zu cnn
pfangen pflegte, nicht beglückt werden konnte. Durch ein Wunder
befriedigte endlich Jesus das glühende Verlangen, welches sie liatte,
sich mit ihrem göttlichen Bräutigam zu vereinigen. Sie starb zu
Florenz im Jahre 1340. Die Wahrheit mehrerer, durch ihre Für:
bitte, gewirkten Wunder ist gerichtlich untersucht worden, und Bene-
dikt XI I I . hat sie im Jahre 1729 selig gesprochen; (>!emenü Vl l ,
aber in die Zahl der Heiligen gesetzt.
Der heilige Andreas Corsinus, Bischof
(Am '27. Fel'rnm'. Im römisch» Heili^em'ei'icul'misl' am 4.
Andreas, entsprossen aus der berühmten Familie l5orsini, wurde
geboren zu Florenz im Jahre 13U2 am Festtage des heiligen Apo:
stels Andreas, von dem er seinen Namen erhielt. Seine Eltern
hielten ihn für ein Geschenk, das sie durch ihr Gebeth von Gott
erlangt haben, weihten ihn deßhalb durch ein Gelübde dem Herrn,
und beeiferten sich, durch eine fromme Erziehung ihr Opfer zu heili-
gen; sahen aber zu ihrem größten Leidwesen all ihr Bemühen durch
eine lange Zeit vereitelt, weil Andreas jugendlicher Ausschweifung
sich überließ, in Gemeinschaft mir bösen Kameraden, durch deren
verderbliche Beispiele das Feuer seiner Leidenschaften immer noch
mehr angefacht wurde. Darüber war besonders seine Mutter Pe-
rcgrina tief bekümmert. Als eine zweite Monika flehte sie ohne Um
terlaß, und unter vielen Thränen, um die Bekehrung ihres Sohnes.
Da eines Tages Andreas eben wieder zur Unterhaltung mit seinen
ausschweifenden Genossen gehen wollte, sagte sie im tiefsten Schmerz:
gesühle zu ihm: „Ich zweifle wirklich nicht mehr, daß du jener
Wolf seyest, den ich im Traume gesehen habe/- und erklärte sich
darüber also: „Als ich dich noch unter meinem Herzen trug, kam
es mir vor, als trüge ich einen Wolf m meinem Schooße; alsdann
schien es mir, als sähe ich ihn ,n eine Kirche gehe», wo er in ein
Lamm umgeändert wurde. Noch vor deiner Geburt gelobten ich
und dein Bater, dich unter dem Schutze der allerseligsten Jungfrau
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen