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010 Der^ selige Vernarb :c.
schrieben die Erleichterung in ihren körperlichen Leiden der wunder:
baren Erhörung dieser Fürbitte zu.
Aus Demuth legte Johannes sein Eündenbekenntniß öffentlich
ab. Die heilige Wegzehrung und die letzte Oelung empsing er mit
einer wahrhaft englischen Andachtsglut, und wiederholte unablaßig,
daß Gott ihn nicht so behandle, wie er es verschuldet habe. Cr
verschied ruhig in dem Herrn, im Kloster Willak bei Siemich, am
23. Oktober 1456, im ein und siebenzigsten Lebensjahre'. Als die
Türken der Stadt Willak sich bemächtigten, brachte man seinen Leib
in eine andere Kirche. Die Lutheraner plünderten später seinen
Sarg, und warfen seine Gebeine in die Donau. Man rettete sie
aber aus der Fluth, lind sie werden bis auf den heutigen Tag auf:
bewahrt. Die Seligsprechung des Dieners Gottes erfolgte im Jahre
1L94 vom Papste Alexander Vl I I . und die Heiligsprechung im Jahre
1724 vom Papste Benedikt XI I I . —
„Selig die Seele, die alle äußerliche, zeitliche Ruhe und alle
Gemächlichkeit des Fleisches verwirft, und um Christi willen gerne
Mühe und Mangel annimmt."
Der selige Bernard,
aus der markgrästichen Familie von Baden.
(,Ä,„ 15. Juli.)
Der selige Bernard war entsprossen aus dem berühmten mark-
gräflichen Hause von Baden, ein Sohn des Markgrasen Jakob und
der Markgräfin Katharina, einer Tochter des Herzogs von Lothrin-
gen, und geboren um das Jahr 1438. Sein älterer Bruder, Karl,
folgte dem Vater im Markgrafthume, und von den zwei jüngern
ward der Eine Bischof zu Metz, dcr Andere Erzbischof zu Trier.
Bernard erhielt eine gute christliche Erziehung theils von seinen El:
tern, die durch erhabene Tugenden ihren Hindern herrlich vorleuch-
teten, theils von Lehrern, deren Weisheit und Gottesfurcht erprobt
waren. Er zeichnete sich srühe aus durch innige Liebe zu Gott und
Jesus Christus, durch kindliche Frömmigkeit, durch zärtliche Ehrer:
bietung gegen seine Eltern und Lehrer, und durch einen stillen sanf-
ten Sinn, der immer mehr auf das Himmlische, als auf das Irdi-
sche gerichtet war. Diese herrlichen Borzüge offenbarten sich mit
jedem Jahre mehr, und fanden in dem Jünglinge Bernard eine vor-
zügliche Kräftigung in der eifrigen Rcligionsübung, zumal im öfter»
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen