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012 Der selige Bernard :c.
drei Theile. Den ersten gab er an die Armen; den zweiten ver-
wendete er an die Kirchen und zu andern frommen Zweck?»; mit
dem dritten befriedigte er seine eigenen Bedürfniss?. Wittwen und
Waisen fanden an ihm einen mächtigen Beschützer.
Bernard war zwanzig Jahre alt, als um das Jahr 125,8 der
tümsche Sultan Madumed II. mit cincm .^ricgsheer bis nach Un-
gärn siegreich vorgedrungen war, und mit seinen Alles verheerenden
Waffen selbst Deutschland bedrohte. Zum größten Unqlück waren
eben damals die deutschen Fürsten in großem Zwiespaltc. Bcrnard
nahm tief zu Herzen die Gefahr, welche seinem Vaterlandc und
dem heiligen Glauben durch den Erbfeind des christlichen Namens
drohte. Er verwendete sich mit eben so ernstein Nachdrucke als
großer Klugheit, die Eintracht unter den Großen des Reiches herzu-
stellen, und ein Bündniß derselben gegen den gemeinschaftlichen Feind
zu Stande zu bringen. Er war glücklich in seiner Bemühung, wo-
für er Gott pries. Der Kaiser Friedrich IV. setzte so großes Ver-
trauen auf ihn, daß er ihn zu seinem Gouverneur in Italien er-
nannte, mit dem besondern Auftrage, dem Papste den gefahrvollen
Zustand des deutschen Reiches und der christlichen Religion an's
H<^ ;u legen, uno denselben zu bewegen, daß er dem gemeinschaft-
lichen Bündnisse gegen die Türken beitrete. Bernard trat die Reise
nach Italien an mit einem seinem Range angemessenen Gefolge.
Bei Ludwig, dem Herzoge von Sauoyen, der ihn sehr ehrenvoll
aufnahm, bewirkte er leicht den Beitritt zum Bündnisse gegen die
Muselmänner. Von dem Hofe dieses Fürsten verfügte er sich nach
Picmont; hielt sich aber nur kurze Zeit zu Turin auf, wcil er, — sein
nahes Lebensende erwartete. Er begab sich nach Moncaglieri in
ein dortiges Kloster, um in stiller Einsamkeit zum Tode sich vorzu-
bereiten. Mit großer Andacht empfing er die Sakramente der Ster-
benden, und gab bald darauf, bethend und seine Augen heftend auf
das Bild des Gekreuzigten, unter großem Weheklagen seines Gefol-
ges, seinen Geist in die Hände seines Schöpfers zurück, am 15.
Juli 1458.
Die Leiche wurde zu Moncaglieri in der Lollegiatkirche sehr
feierlich beerdiget. Ein krüppelhafter Mann befand sich an der Kir-
chenthüre, und hörte von vielen Menschen die großen Tugenden des
Verstorbene!! rülnne». Er faßte Vertrauen, flehte diesen, als einen
Seligen um Fürbitte bei Gott an, und erlangte auf der Stelle die
völlige Genesung. Nachher ward durch viele andere Wunder Ber-
nards Heiligkeit von Gott bestat,ger.
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen