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Der selige Amadeus, Herzog von Savoyen.
(An, I I . MĂ€rz,)
In der ersten HĂ€lfte dicses Jahrhunderts sah man einen FĂŒr-
stm, dcr bisher seiner Weisheit, tiefen Einsicht, und GröĂe wegen
die bewunderungbvolle Aufmerksamkeit nicht nur in Italien, sondern
auch in Frankreich und Deutschland auf sich gezogen hatte, aller
zeitlichen Herrlichkeit entsagen, und in die Einsamkeit sich zurĂŒckzie:
hen. Dieser FĂŒrst war Amadcus VI I I . , Herzog von Savoyen.
Er trat die Regierung ab an seinen Sohn Ludwig, welcher von
Gott mit einem Sohne beglĂŒckt ward, der durch seine erhabenen
Tugenden die vorzĂŒglichste Zierde des herzoglichen Hauses war. Die-
ser hieĂ, wie sein Oheim, Amadeus, und wurde zu Thorron, im
Herzogthume Chabris geboren, am 1. Februar 143,',, und schon
im darauffolgenden Jahre verlobt an Iolanta, die Tochter des fran:
zösischen Kaisers Karl VII I , , welche drei Jahre alt war. In seiner
ersten Jugend schon war er sehr gottesfĂŒrchtig, fromm und liebevoll.
TĂ€glich wohnte er dem hochheiligen Opfer bei, und belebte durch
Betrachtungen der ewigen Liebe die Flamme heiliger Liebe in seinem
Herzen. Das göttliche Wort, das er gerne und immer aufmerksam
horte, war ihm, was es jedem Christen seyn soll, die Quelle leben:
digen Wassers, welches in's ewige Leben hinĂŒbcrströmt. Im Gc:
bethe, welchem er sich nicht nur bei Tag v'cIMig, sondern auch bei
Nacht sich widmete, fand sein Geist jene gottselige Richtung, in dcr
alles Denken, Reden, Thun und Lassen auf die höchste Bestimmung,
auf Gott und Ewigkeit, bezogen wird. Nach jedem, auch geringe-
ren Fehltritte suchte er bald die Aussöhnung mit Gott durch daĂ
Sakrament der BuĂe, und neue Geisteskraft durch das Brod des
ewigen Lebens. Der so schöne Geist wohnte in einem nicht weniger schö:
nen Körper; dcr aber mit einem Uebel behaftet war, welches nach
den unerforschlichen RathschlĂŒfscn des Ewigen vielleicht ein heilsamer
Zaum gegen die Anwandlungen ausschweifender, sinnlicher GelĂŒste
seyn sollte. Amadeus war mit dcr fallenden Sucht behaftet. An:
statt ĂŒber ein so schweres Leiden sich zu beklagen, sah er dasselbe
vielleicht als ein Geschenk dcr Vatcrlicbc Gottes an, auf daĂ er
dnrch den Glanz seiner Geburt, durch die Ausslchten, welche die
Welt groĂ und herrlich nennt, und durch die Schmeicheleien dcr
Höflinge sich nicht bcthörcn, und zu sĂŒndhafter Eitelkeit verleiten
lasse, sondern in steter Erinnerung an die HinfÀlligkeit seines Lebens
das Herz in Demuth bewahre.
Im Jahre 1452 vermahlte sich Amadcus mit Iolanta, dcr er
von seinen Eltern in seiner Kindheit schon verlobt worden war.
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton MĂ€tzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen