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Der heilige Franziskus von Paula,
S t i f t e r des .Ordens der m inderen B r u d e r .
Der heilige Franziükus wurde geboren im Jahre l l l L , zu
Paola oder Paula, in dcm dicßscitige» Ealabrien, daher er den Bei:
namen „von Paula-- erlangt l,at. Lein Vater,' Jakob Martorill,
und seine Mutter, Bienna von Fuscado, waren fromm und lugend:
liaft, und zufrieden mit ihrem gemeinen Stande, in dem sie durch
ihren Fleiß sich ernährten. Lange waren sie ohne Kinder, und steh-
len deßhalb oft zu Gott durch die Fürbitte des heiligen Franziskus
von Assis um einen John, den sie, wenn ihre Bitte erhört werde,
ganz dem Dienste Gottes weihen wollten. Was sie so sehnlich ver-
langten , ward ihnen gewährt. Sie gaben dem Neugebornen den
Namen Franziskus, wegen der besondern Verehrung, die sie zu dem
ebcngcnannten Heiligen hatte», dessen Fürbitte sie den erlangten Se-
gen zuschrieben. Später erhielten sie auch noch eine Tochter, welche
der Stamm schr augcschcncr Familien wurde, deren einige jetzt noch
blühen. Eingedenk ikrcs Gelübdes, bceiferten sich die guten Eltern,
ihren Sohn uon Kindheit zur Frömmigkeit und Gottesfurcht, wozu
derselbe auch selbst eine vorzügliche Neigung hatte, anzuleiten; und
als er dreizehn Jahre alt war, übergaben sie ihn den Franziskanern
der kleinen Stadt St. Markus. Da erhielt er Unterricht in den
Anfangsgninoen der Wissenschaften, und eben da legte er auch, er-
muntert durch das Beispiel der frommen Mönche, ünd gekräftiget
durch die göttliche Gnade, den Grund zu der strengen Lebensweise,
die er bis ;u seinem Tode übte. Jetzt schon versagte er sich den
Gebrauch der Leinwand und den Genuß des Fleischcs, und obgleich
er die klösterlichen Gelübde nock nicht abgelegt hatte, war er in
Beobachtung derselben doch so strenge, daß er mit den besten Reli-
giösen hierin wetteiferte, und Allen das Beispiel der strengsten Buß-
übung gab.
Nach Umfluß eines Jahres machte er mit seinen Eltern eine
Wallfahrt nach Assist und nach Rom, worauf er nach Paula zurück-
kehrte, und in einem, nahe bei der Stadt gelegenen, einsamen Orte
sich zurückzog, mit Bewilligung der Eltern, die ihm den nöthigen
Unterhalt verschafften, auf daß er ungestört den Uebungen des Gei-
stes obliegen könne. Weil er sich aber da von dem Umgang der
Welt nicht ganz abgesondert fand, ging er weiter gegen das Meer
hin, und wählte die Höhl« einer Felsenschlucht zu seiner Wohnung.
Sein Lager hatte er auf harten Steinen, und seine Nahrung waren
Kräuter und Wurzeln, die er im benachbarten Gehölze sammelte,
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen