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Am 7. August. 649
erstaunungswurdigem Hetdenmuthe dem Dienste der leidenden Mit:
bürger, zumal der Verwundeten und der Sterbenden. Endlich wur-
den sie aber auch selbst der Gegenstand des Grimmes der rasenden
Rotte. Einer derselben hatte den Cajetan zu Vicenza und die gro-
ßen Reichthümer dessen Familie gekannt. Er zeigte ihn seinem
Hauptmanne an, und dieser ließ ihn in der Meinnng, daß er Reich:
thümer besitze, gefangen setzen und grausam mißhandeln, um von
ihm Schätze zu erpressen, die er nicht hatte. Das Haus der Thea-
tiner wurde ganz zerstört. Eajetans erhabene Geduld bewog die
Barbaren, ihn frei zu lassen; allein er war sehr geschwächt, und
durch die erlittenen Mißhandlungen ganz verunstaltet. Er verließ
mit seinen Genossen, welche ebenfalls mit ihm gefangen waren, die
unglückliche Stadt. Das Brevier war das Einzige, was sie, außer
dem schlechten Leibesgewandc, mit sich nehmen konnten. Sie ver-
fügten sich nach Venedig, wo sie, weil Cajetan sich selbst früher
schon in hohe Verehrung gcsctzt hatte, mit großer Freude aufgenom-
men wurden. Man räumte ihnen das Kloster des heiligen Nikolaus
von Tolentino ein, und Lajctan wurde zum Obern dieses Hauses
ernannt. Die Heiligkeit seines Wandels, sein glühender Eifer für
die Ehre Gottes, sein rastloses Streben, den Dienern der Kirche
den Geist des Eifers und der Verachtung der Welt einzustoßen, ge:
wannen seinem Orden die allgemeine Verehrung, welche um vieles
erhöht wurde durch die heloenmüthige Liebe, mit welcher er und
seine Genossen zur Zeit der Pest, welche Venedig verheerte, und der
auf sie erfolgten Hungersnoth den Bedrängten und Unglücklichen
sich opferten.
Im Jahre 1533 winde (5ajttan, auf Veranlassung des Erzbi-
schofs von Theatc, nach Neapel verlangt, um auch in dieser Stadt
ein Haus seines Ordens zu gründen. Er reisetc dahin, begleitet
von einem Genossen seiner Congregation, dem bald darauf noch
sechs Andere folgten. Der Graf von Oppioo überließ ihm ein Ge:
bäude zur Wohnung; konnte ihn aber nicht bewegen, auch eine
Schenkung von Grundstücken, die er ihm machen wollte, anzuneh-
men. Durch das Vorbild seines Wandels, durch seine Predigten,
und durch die Werke seiner Alles opfernden Liebe, wirkte er gleich
segensvoll auf die Geistlichkeit und auf das Volk. Eine allgemeine
Umänderung der Sitten war der glänzendste Erfolg seiner, und sei-
ner Gefährten rastlosen Bemühungen, die Gott durch außerordent:
liche Gnadcnwirkungen unterstützte. Im Jahre 1557 kehrte er nach
Venedig wieder zurück, wo er zum Zweitenmale als Vorsteher seines
Ordens erwählt wurde, und mit gewohntem Eifer zur Wohlfahrt
seiner Mitmenschen fortwirkte. Drei Jahre hatte er das Vorsteher:
amt verwaltet, als er wieder nach Neapel ging. Er leitete die An-
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen