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650 Der heilige Johannes von Gott:c.
gelegcnheitcn des Ordens bis zu seinem Tode. Seine strengen Buß-
übungen, verbunden mit den rastlosen Anstrengungen im Dienste dcr
Mitmenschen, zogen ihm eine Entkräftung zu, die ihn sein nahes
Lebensende ahnen ließ. Da die Aerzte ihm untersagten, auf Bret-
tern zu liegen, wie er',,', bisher gewohnt war, antwortete er ihnen:
„Mein Erlöser ist am Kreuze gestorben, laßt mich wenigstens auf
der Asche sterben. <- Am Ende ließ er sich auf ein über den Boden
ausgebreitetes, und mit Asche bestreutes, Bußkleid legen. In dieser
Lage empfing er mit glühender Andacht die heiligen Sakramente der
Sterbenden, und beschloß sein Leben in der innigsten Vereinigung
mit Gott, am 7. August 1547. Im Jahre 167 l wurde er in die
Zahl der Heiligen versetzt. Seine Reliquien sind gegenwärtig noch
in der St. Paulskirche zu Neapel aufbewahrt.
Der heilige Johannes von Gott,
S t i f t e r d e r b a r m h e r z i g e n B r ü d e r .
(Am 8. Mä>^,)
Der heilige Johannes, mit dem Beinamen .,von Gott" wurde
geboren im Jahre I I!),', zu Monte Major - elnovo, einer kleinen
Stadt in Portugal. Seine Eltern waren wenig bemittelte, aber
sehr gottcsfürchtige Leute, die eben deßhalb auch die erste Erziehung
ihres Sohnes auf die Furcht des Herrn gründeten. Der- Knabe
war erst acht Jahre alt, als er sich insgeheim aus dem elterlichen
Hause entfernte. Die Mutter starb drei Wochen nachher vor Kum-
mer, und der Vater, Andreas (Ziudad, dem der Verlust seines Kin-
des ebenfalls sehr nahe ging, begab sich nach Lissabon in ein Fran-
ziskancrkloster. Nach langem Herumirrcn kam dcr Knabe an die
Gränzen von Estrcmadura, trat daselbst in die Dienste des Ober-
schäfers des Herzogs von Oropcsa, und wuchs in der Stille zu ci-
nem kräftig blühenden Jünglinge heran. Unverbrüchliche Treue, un-
ablässiger Fleiß — eine Frucht ächter Frömmigkeit, und sittsame
Freundlichkeit, eine unzertrennliche Gefährtin derselben, — erwarben
dem jungen Hirten nicht bloß die Liebe seiner Kameraden, sondern
fesselten ganz vorzüglich auch die Aufmerksamkeit seines Herrn, der
ihn als den Segen seines Hauses verehrte, und — ihn für immer
an sich zu fesseln, ihm seine Tochter zur Gattin antrug. Dcr
fromm gesinnte Jüngling lehnte jedoch dieses irdische Glück von sich
ab, und beschloß von Oropcsa sich zu entfernen. So sanften Ge-
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen