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Am 31. Jul i . 069
ihm, um desto schneller ihm fortzuhelfen, einen Schüler an die Seite,
der in den Studien schon weit vorgeschritten war, und mit den
Wissenschaften seltene Tugend uerband. Dieser war Peter le Fevre,
aus dem Bisthum Genf. Er führte den Ignatius auf der Bahn
der Wissenschaften, und dieser ihn auf dem Wcge der Vollkommen-
heit mit glänzendem Erfolge vorwärts.
Nach vollendetem philosophischem Kurse erhielt Ingatius den
Ehrengrad eines Magisters, und widmete sich dann bei den Domi-
nikanern den geistlichen Wissenschaften. Franz H'avier lehrte um
diese Zeit, obgleich noch sehr jung, Philosophie. Er besaß große
Fähigkeit, ließ sich aber von der Eitelkeit ganz beherrschen. Igna-
tius unternahm seine Bekehrung, und bewirkte sie dadurck, daß er
ihm die Nichtigkeit des irdischen Ruhms vor Augen legte, und ihm
die Ueberzeugung beibrachte, daß wir nur dem Ewigen nachstreben
solle». — l!e Fcvre und lavier überließen sich, als getreue Jünger,
der geistlichen Führung des Ignatius, u»d lynen gesellten sich bei:
Jakob Laynez, von Almazon in dem Bisthume Siguenza, 21 Jahre
alt, Alphons Salmero, 18 Jahre alt, Nikolaus Alphonso, und Si-
mon Rodriquez aus Portugal. Angefeuert durch das Beispiel und
die Lehre des Ignatius, entschlossen sie sich zu dem Gelübde, die
Welt zu verlassen, und das Evangelium zu predigen, oder, wofern
dieses nicht möglich seyn sollte, ihre Dienste dem kirchlichen Ober-
Haupte anzubieten, um die Ehre Gottes auf die Weise, welche dem-
selben die beste scheinen möchte, zu befördern. Die Meisten aus ih-
nen hatten die geistlichen Studien noch nicht geendigct. Ignatius
schrieb ihnen daher die nöthige Zeit für die noch zu erlernenden Ge-
genstände vor, leitete ihre Studien, und hielt ihnen öftere Geistes:
Übungen, um die Glut des heiligen Eifers bei ihnen zu erhalten.
Nebenbei widmete er sich auch dem Heile Anderer, und zumal der
Bekehrung verlassener Sünder, und den Licbeswerken, die er mit
großer Sclbstverlauginmg übte.
Am Feste der Himmelfahrt Maria 1534 legten Ignatius und
seine Gefährten in der unterirdischen Kapelle von Montmartre, wo
man glaubt, daß der heilige Dionisius, Frankreichs Apostel, ent-
hauptet worden sey, nachdem le Fcvre, der eben zum Priester ge-
weiht worden war, die heilige Messe gelesen, und seinen Gefährten
die heilige Kommunion gereicht hatte, das vorerwähnte Gelübde
feierlich ab, mit dem Beisätze, daß sie für ihre Amtsvcrrichtungen
nie etwas annehmen wollten. Ignatius hatte das Ende der Stu-
dien seiner Gefährten auf den 2,'>. Jänner 17,37 festgesetzt. Allein
auf Anrathen der Aerzte mußte er Paris früher verlassen, um durch
die heimathliche Luft die zerrüttete Gesl...)heit wieder herzustellen.
Er übergab die Andern der Leitung des le Fevre, der allein Priester
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen