Page - (000679) - in Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
Image of the Page - (000679) -
Text of the Page - (000679) -
Am 3. Dezember. 677
aus, sich selbst mit der geringsten und spärlichsten Kost begnügend.
Dem Bösen setzte er sich entgegen mit einem Nachdrucke, dem Nie:
mand zu widerstehen vermochte. Die Reise war langwierig und
beschwerlich. In Mozambik wurde überwintert. Da ward der Hei-
lige krank. Nach seiner Genesung setzte man die Reise fort, und
am 6. Mai 1542 landete die Flotte in dem Hafen von Goa, der
Hauptstadt der portugiesischen Besitzungen in Indien. Franziskus
begab sich, sobald er an's Land gestiegen war, in's Spital, wollte
aber keine Amtsverrichtungen ausüben, his er den Bischof von Goa,
Johann Albuquerque, einen so frommen, als tugendhaften Mann,
gesprochen hätte. Die ersten Missionäre, welche den Portugiesen
nach Ostindien folgten, waren aus dem Orden des heiligen Fran-
ziskus. Der Vicekönig Alphons von Albuqurrque hatte schon im
Jahre 1510 Goa eingenommen, nachher vergrößert, befestiget, und
einen bischöflichen Sitz daselbst errichtet.
Der demüthige Glaubensbothc überreichte dem Bischöfe die
Breven des Papstes mit der Erklärung, daß er nicht gesonnen sey,
ohne bischöfliche Genehmigung von derselben Gebrauch zu machen.
Er warf sich dem Oberhirten zu Füßen, und bat ihn um den Se-
gen. Dieser hob ihn von der Erde auf, bewundernd die große Be-
scheidenheit und das Gepräge der Heiligkeit, das auf dem Angesichte
sich ausdrückte, und versprach, mit seinem bischöflichen Ansehen ihn
zu unterstützen, was er in der Folge auch getreulich that. Xavier
brachte den größten Theil der folgenden Nacht im Gebethe zu, um
den Segen des Himmels über seine Arbeiten zu erflehen» Der trau-
rige Zustand, in dem die Religion in dem Lande, das als Wir-
kungskreis ihm angewiesen war, sich befand, preßte ihm viele Thrä-
nen aus; entstammte aber auch mächtig seinen Eifer. Die Portu-
giesen waren ganz entartet, den schmählichsten Leidenschaften hinge-
geben, und gefühllos gegen die Religion, deren äußerliche Uebungen
sie vernachläßigten. Vergeblich war das Bemühen des Bischofs, sie
auf bessere Wege zurückzuführen. Die Ungläubigen waren mehr
wilden Thieren, als Menschen ahnlich; wenn einige ehemals an das
Evangelium geglaubt hatten, waren sie wieder in ihren ersten Aber-
glauben und in ihre alten Unordnungen zurückgefallen, weil ihnen
der Unterricht fehlte, und sie nur böse Beispiele der Christen vor
Augen hatten. Mit der Verbesserung dieser sing Xavicr sein großes
Tagewerk an. Er führte ihnen die Grundsätze des Evangeliums
in's Gedächtniß zurück, und suchte besonders die Jugend zur Gott-
seligkeit zu bilden. Morgens bediente er die Kranken in den Spitä-
lern, und besuchte die Gefangenen; dann durcheilte er die Stadt mit
einem Glöckchen in der Hand, um die Eltern und Hausherren zu
mahnen, ihre Kinder und Sklaven zum christlichen Unterrichte zu
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen