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Am 3. Dezember. 685
fand. Dadurch erlangte er die Erlaubniß zu predigen, und den
Schutz des Königs. Er taufte in der Stadt Amanguchi in kurzer
Zeit drei Tausend Heiden. Dieser Erfolg verschaffte ihm großen
Trost. Hier ertheilte ihm Gott neuerdings die Gabe der Spra-
chen. Die Chinesen, die des Handels wegen sich daselbst aufhiel-
ten und nichts als ihre Sprache wußten, verstanden ihn, obgleich er
nie das Chinesische gelernt hatte. Seine und seiner Gefährten Hei-
ligkeit, Sanftmuth und Demuth rührten aber die Herzen oft mehr,
als seine Wunder. Die verstocktesten Heiden konnten diesen Tugen-
den nicht widerstehen. Eines Tages predigte Fernandez, der Ge-
fährte des Xavierius, in der Stadt; da trat ein Mensch hervor, und
spie ihm in's Angesicht. Der Diener Gottes blieb stille und ruhig,
wischte mit eineni Sacktuche den Speichel sich weg, und predigte
fort. Jedermann staunte über die heldenmüthige Mäßigung. Einen
der gelehrtesten Männer dieser Stadt brachte sie zu ernstem Nach-
denken über eine Religion, die Solches wirket. Er begehrte die
Taufe, und seine Bekehrung zog viele Andere nach sich.
Der Heilige übergab die Sorge für die Neubekehrten zu Aman-
guchi seinem Gefährten Fernandez, und reisete, begleitet von japani-
schen Christen, nach Fuecho, wo der Honig von Bungo sich auf-
hielt, der ihn ehrenvoll empfing. Hier machten seine Predigten und
öffentlichen Unterredungen, die er mit den Bonzen hielt, so großen
Eindruck, daß man schaarenweise die Taufe empfing. Selbst einige
Bonzen wurden bekehrt. Auch der König überzeugte sich von der
Wahrheit des Christenthums, entsagte den widernatürlichen Lastern,
verschob aber den Empfang der Taufe aus zu großer Anhänglichkeit
an die sinnlichen Freuden dieses Lebens.
Am 20. November 1551, nahm Tavierius Abschied vom Kö-
nig , um nach Indien zurückzukehren. Er hatte zwei Jahre und
vier Monate in Japan zugebracht, wohin er nach seiner Rückkunft
in Indien drei Jesuiten zur Pflege der christlichen Gemeinden abord-
nete. Diesen folgten später noch mehrere. Oft wurde dem Tavie-
riuö in Indien und Japan zum Vorwurfe gemacht, daß die Weisen
und Gelehrten von China, die ihn predigen gehört, den Glauben
nicht angenommen haben. Er faßte daher, als er Japan verließ,
den Entschluß, das Evangelium in diesem ausgedehnten Reiche zu
verkündigen, und war nun fortan beschäftiget mit den Mitteln, die-
sen Plan auszuführen. Seinen Vorsatz erschütterte nicht die Schwie-
rigkeit des Unternehmens überhaupt, und auch nicht der ganz beson-
dere Umstand, daß es Fremden bei Todes- oder lebenslänglicher
Gefängnißstrafe verbothen war, das chinesische Land zu betreten.
Auf der Reise nach Indien rettete er, bei einem fürchterlichen Sturme
das Schiff, das er bestiegen hatte, und auch die Schaluppe, die
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen