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736 Der heilige Carolus Vorromäus :c.
nicht gestatten. Er dankte Gott für seine Erhaltung, und zog sich
auf einige Tage in die Karthause von Carignan zurück, um das
Opfer semes Lebens zu erneuern, das er Gott schon dargebracht
hatte. Die Anstifter dieser Greuelthat wurden später entdeckt, mit
dem Tode bestraft, und der Humiliatenordcn aufgehoben. Vergeb:
lich legte der heilige Erzbischof die dringendsten Fürbitten für die
Schuldigen, und für dcn Orden ein. Bald nach diesem Vorfalle
unternahm er eine zweite Visitation in den schweizerischen Alpmthä-
lern; besuchte die Obrigkeiten der drei Cantone, und entstammte ih-
ren Eifer gegen die herrschenden Mißbrauche, die zur Schande der
Religion in diesen Gebieten herrschten.
Bei der Hungersnoth, welche auf die im Jahre 1509 einge-
tretene, schlechte Erndte folgte, unterstützte der mildthätige Oberhirt
nach Kräften die Nothlcidenden in der Stadt und auf dem Lande.
Da gelang es ihm auch, die Unordnungen der Fastnachtslustbarkei:
ten zu verdrängen, und dafür Bittgänge, öffentliche Gebethe, und
andere geistliche Uebungen einzuführen, und fromme Verbindungen
zu errichten, um die böse Gewohnheit der Gotteslästerung auszurot-
ten. Im Jahre 1572, nach dem Tode Pius V . , wohnte er der
Wahl eines neuen Papstes bei, und hatte großen Einfluß, daß die-
selbe auf Gregor XI I I . fiel, der ihn einige Zeit bei sich behielt,
und ihn zum Visitator aller seiner Sufrangansprengcl ernannte.
Drei Jahre nachher kam er wieder nach Rom, den Iubiläumsablaß
zu gewinnen, den er auf das Jahr 157(i für Mailand verkündigte.
Seines Eifers ungeachtet, konnte er die rauschenden Lustbarkeiten
nicht verhindern. Er drohte seinem Volke mit der Strafe des Him-
mels , und kündigte ihm deutlich das schrecklichste aller Drangsale,
die Pest, an. Das fürchterliche Uebel trat wirtlich ein. Was der
heilige Erzbischof während desselben für dcn Krankendienst und in
demselben leistete, veranstaltete, aufopferte, bewirkte, besorgte, litt
und that, übertrifft Alles, was er vor, und nach, zum Besten seiner
Schaflein leistete, wenigstens äußerte sich seine Weisheit, sein Hel-
denmuth, sein himmlischer Sinn hier auf eine Art, als es sonst bei
keiner Gelegenheit in dem Maaße geschah, auch nicht wohl geschehen
konnte.
Er war im Jahre 1576 in Kirchenangclegenheiten zu Lodi,
als in Mailand die Pest ausbrach. Schnell eilte er dahin, obgleich
die andern Großen aus der Stadt sich entfernten. Man erinnerte
ihn, durch Entfernung sein Leben zu sichern, um seiner Kirche län-
ger sich zu erhalten. Er zog hierüber fromme und weise Männer
zu Rath. Diese sagten ihm, man könnte es ihm eben nicht zur
strengen Pflicht machen, in Mailand zu bleiben; ein Bischof aber,
der auch zur Zeit der größten Drangsal seine unglücklichen Schafe
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen