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738 Der heilige Carolus Borromäus :c.
erhebe, und hörte, daß er ihn um die heiligen Sacramente bitte.
Er nahte sich der fürchterlichen Gestalt, hörte die Beicht des Un-
glücklichen , reichte ihm die heilige Wegzehrung, und gab ihm di.'
heilige Oelung. Der Pesthafte legte sich wieder zu den Leichen hin,
und starb unter seinem Zuspruche in der süßeu Hoffnung eines bes-
sern Lebens."
Al6 er in Mailand endlich Alles in gutem Gange sah, ver-
fügte er sich auf das Land, und erschien auch da als helfender und
tröstender Engel, wofür er auch wirklich von dem verlassenen Land-
volke angeschen wurde. Er mußte aber bald zurück, weil das Ge-
rücht in Mailand entstanden war, er sen gestorben, und darüber eine
fürchterliche Bestürzung erfolgt war. Unaussprechlich war der Jubel,
als man ihn wieder sah.
Im Monate Jänner schien die Pest endlich aufzuhören, und
Carl, der während derselben Alles geopfert, und noch dazu Schul-
den gemacht hatte, veranstaltete nun Dankfeierlichkeiten, die dann
auch auf die erbaulichste und rührendste Welse gehalten wurden.
Denselben folgten dreitägige Erequien für die an der Pest Verstor-
benen. Das Treiben der Bosheit gegen den großen Erzbischof,
das zur Zeit des verheerenden Uebels größtentheils geschlummert
hatte, wachte nach demselben wieder auf; allein der Gotteöman»
wandelte ruhig seinen Weg, u»d hatte den Trost, daß der Honig
von Spanien, und der Papst ihm öffentlich Gerechtigkeit widerfa!'-
ren ließen.
Earolus Borromäus stand gerne den Sterbenden bei. Als er
im Jahre 1583 erfuhr, daß der Herzog von Savoyen zu Vercelli
krank liege, und von den Aerzten alle Hoffnung seiner Rettung be-
reits schon aufgegeben sey, eilte er dahin, und fand ihn, so zu sa-
gen, schon mit dem Tode ringend. Der Herzog nahm ihn wahr,
und rief aus: „Ich bin geheilt!" Der Erzbischof reichte ihm am
folgenden Tage die heilige Communion, und ordnete vierzigstündige
Gebethe an für dessen Genesung, die auch wirklich erfolgte, und den
Verdiensten des Heiligen zugeschrieben wurde.
Im Jahre ,',45! begab sich Carl auf den Berg Varoll i, an
den Gränzen de, Schweiz, um in stiller Abgezogenheit eine Geisteö-
versammlung zu"yaltcn. Am 24. Oktober ward er da von einem
dreitägigen Fieber befallen. Auf den Rath des Pater Adomo, der
ihn begleitete, kürzte er seine Andachtsübungen ab, ließ auf die
Bretter, auf denen er schlief, ein wenig Stroh legen, und eine, sei?
neni Zustande angemessene, Nahrung sich reichen. Nach einer mühe-
vollen Reise, während der die Krankheit sich verschlimmerte, kam er
aü> AUerscelentage, in einer Sänfte getragen, nach Mailand zurück.
Die ärztliche Hilfe blieb fruchtlos. Mit bewunderungswürdiger Ruhe
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen