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780 Der heilige Franziskus von Sales :c.
vinisten verhindert, und Beza starb kurze Zeit hernach. Der Hei:
lige setzte mit immer größerem Erfolge seine apostolischen Arbeiten
fort. Seine furchtlose Anstrengung zur Zeit einer pestartigen Krank:
heit, von der die Stadt Tonon heimgesucht wurde, allen Leidenden
Hilfe zu leisten, gewann ihm vollends alle Herzen. Ganze Flecken
schwuren die Irrlehre a!> , und er sah sich bald mit Hilfe einiger
Mitarbeiter, die man ihm geschickt hatte, in den Stand gesetzt, meh-
rere Pfarreien zu errichten. Endlich sah man, im Jahre 1598, die
Irrlehrer des Calvins aus Chablais und den Aemtern Terni, und
Gaillard ganz verbannt. Darüber wurden dem Heiligen allenthal-
den, zumal von dem Papste und dem Herzoge von Sauoyen, die
schmeichelhaftesten Lobeserhebungen zu Theil; sie brachten aber nicht
die geringsten Regungen des Stolzes in der demuthsvollen Seele
hervor, die Nichts sich selbst, sondern Alles lobpreisend der Gnade
Gottes zuschrieb, und sich nur für ein schwaches Werkzeug dersel-
ben hielt.
Im Jahre 1596 kehrte Franz von Sales nach Annecy zurück,
um seinem Bischöfe, von dem ihm übertragenen Werke Rechenschaft
zu geben. Der hocherfreute Oberhirt ernannte ihn zu seinem Weih-
bischofe; konnte aber nur durch die ausdrücklichen Befehle des Pap-
stes und des Herzogs von Savoycn es dahin bringen, daß er das
heilige Amt, dessen er sich unwürdig hielt, annahm. Der Gedanke
an die Größe und Wichtigkeit der, mit dem erzbischöflichcn Amte
verknüpften Pflichten und Gefahren, ergriff den demüthigen Diener
des Herrn so sehr, daß er in eine schwere Krankheit verfiel. Nach-
dem er von derselben wieder hergestellt, reiste er nach Rom, um
seine Bullen zu empfangen, und mit dem heiligen Vater über ver-
schiedene Angelegenheiten, welche auf die Mission in Savoyen Bezug
hatten, zu berathen. Zu Rom wurde er mit großer Auszeichnung
empfangen und vom Papste zum Coadjutor von Genf ernannt. Er
bewirkte daselbst auch die Zurückgabe der Kirchengüter iu Chablais,
die in den Händen der Ritterorden von St. Moriz und St. Lazar
sich befanden. Dadurch erzielte er hinreichende Mittel zur Erbauung
der katholischen Kirchen, und zum Unterhalte der erforderlichen Prie-
ster in den neubekehrtcn Ländereien.
Im Jahre 1600 hielt der Heilige zu Annecy, auf Ansuchen
der dortigen Stadtobrigkeit die Fastenprcdigten. Um eben diese Zeit
ward sein Vater krank. Er eilte zu ihm auf das Schloß Sales,
und hatte, obgleich selbst vom tiefsten Schmerze durchdrungen, Muth
genug, ihm die heiligen Sterbsakramente zu ertheilen, zum Tode ihn
vorzubereiten, und seine Familie zu trösten. Einige Wochen hernach
starb der Vater, und Franz kam wieder nach Sales, ihm die letzte
Ehre zu erweisen.
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen