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782 Der heilige Franziskus von Sales :c.
würden, beizuwohnen; die Armen als seine Kinder anzusehen; sie
in ihren Krankhe^n zu besuchen; alle Morgen um vier Uhr aufzu-
stehen; eine Stunde Betrachtung zu halten; dann die Tagzeiten zu
bethe». Er nahm es auf sich, dem Gebeihe seiner Hausgenossen
vorzustehen. Die übrige Zeit bis neun Uhr, wo er täglich die hei-
lige Messe las, war dem Studiren und dem Lesen der heiligen
Schrift gewidmet. Nach der Messe beschäftigte er sich bis zum
Mittagmahle mit den Angelegenheiten seines Visthums. Nach Tische
bestimmte er eine Stunde der freundschaftlichen Unterhaltung, und
ging dann wieder an die Geschäfte der Diözese. Nach dem Nacht-
essen las er eine Stunde seiner Dienerschaft aus einem geistlichen
Buche vor, und verrichtete mit ihr das Nachtgcbeth. Er gelobte,
an aU.'n Freitagen und Samstagen, wie auch an den Vorabenden
der Muttcrgottesfeste zu fasten, und nie ohne dringende Ursache aus
seiner Diözese sich zu entfernen. Obgleich er keine außerordentliche
Bußübungen sich vorgeschrieben hatte, unterließ er doch nicht, ein
härenes Unterkleid zu tragen, und seinen Leib auch sonst strenge zu
züchtigen; diese Uebungen suchte er aber sorgfältig zu verbergen,
weil er ein Feind alles dessen war, was auch nur den Schein von
Prahlfucht hatte.
Am tt. Dezember 1602 empfing er mit großer Andacht die
heilige Salbung, und widmete sich von diesem Augenblicke an mit
ganzer Seele den Verrichtungen seines heiligen Amtes, insbesondere
auch der Verkündigung des Evangeliums. Sehr ernstlich darauf
bedacht, nur gute Diener des Altars zu haben, ließ er nur jene zu
den heiligen Weihungen, die er nach reifer Prüfung, dieses hohen
Berufes fähig gefunden hatte. Zur Belehrung der Unwissenden
führte er die sogenannten Kinderlehren ein, die alle Sonn- und Fest-
tage gehalten werden mußten. Oft unterzog er sich selbst, zur Auf-
munterung für Andere diesem heilsamen Werke. Er war sehr bc-
sorgt, den Gläubigen verschiedene Andachtsübungcn an die Hand zu
geben, um ihre Frömmigkeit zu nähren; gab ein neues Ritual her-
aus, um vollkommene Gleichförmigkeit in der Ausspendung und Ver-
waltung der heiligen Sacramente zu erzielen; ordnete die Pricster-
conferenzcn an; empfahl den Dienern der Religion die Vermeidung
gerichtlicher Klagen, und verhütete dadurch und durch viele andere
weise Anordnungen sehr viele Mißbräuche, durch welche das Heiligste
nur zu oft so tief herabgewürdiget wird.
Der eifrige Oberhirt widmete sich in eigener Person, begleitet
von bewahrten Priestern der Mission in der Landvogtei Ger., und
stellte durch seine unermüdliche Anstrengung den katholischen Glauben
in derselben wieder her. Die Calvinisten strebten ihm da mehrere
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen