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Am 24. April. 787
haft, und mit einer solchen Klugheit verwaltete, daß er in gleichem
Grade die vertrauensvolle Hochschähung seiner Mitbürger und die
ehrende Zufriedenheit seines i!andesfürsten sich erwarb. Ihre Kinder
christlich zu erziehen ließen sich diese guten Eltern mehr, als alles
Andere am Herzen liegen; insbesondere beeiferte sich die Mutter,
dieselben frühe zur Andacht und zur Gottesfurcht zu gewöhnen, und
freute sich mit dem rechtschaffenen Vater der reichlichen Früchte ihrer
gottseligen Bemühung. Allein bald ward sie in die tiefste Trauer
versetzt durch den Verlust ihres geliebten Gatten, der nach einer kur-
zen Krankheit durch den Tod von ihrer Seite gerissen wurde. Sie
fühlte schmerzlich den harten Schlag, der sie und ihre unmündigen
Kinder getroffen, war jedoch nicht untröstlich; denn sie vertraute auf
Gott, den Beschützer der Wittwen, und Vater der Waisen. Die
häuslichen Verhaltn,sse machten ihre zweite Verehelichung nothwen?
dig. Gott erhörte ihr kindliches Flehen um eine beglückte Wahl,
indem er ihr eine» Gatten, und ihren Kindern einen Pstegvater zu:
führte, der es werth war, in die Fußstapfen des braven Noj zu
treten. Die Kinder erhielten einen christlichen Mann, der Gerhab
hieß, zum Vormunde, und auch der Taufpathe, Markus Lörch, nahm
sich derselben mit sorgfältiger Liebe an. Sie wur7,'n, sobald das
Alter es gestattete, in die Schule geschickt, auf daß sie in den nö-
thigen und nützlichen Kenntnissen, zumal in dem Allerwichtigsten, in
der Religionslehre, unterrichtet würden. Der kleine Markus ent-
wickelte schöne Geistesgaben, und wetteiferte mit seinem Bruder
Georg im Fleiße sowohl, als im Streben nach Frömmigkeit und
Tugend. Er nahm durch den guten Unterricht, vereinigt mit den
Ermahnungen und dem cräftig wirkenden Beispiele der Eltern, täg-
lich zu, sowie am Alter, eben so an Weisheit, Frömmigkeit und
Gottesfurcht. Sein großer Fleiß und die schönen Talente, mit de-
nen er von Gott begnadiget war, seine Begierde, immer mehr zu
lernen, und besonders sein frommes, eingezogenes und tugendhaftes
Betragen, brachten die Eltern, den Vormund und den Pathen zum
Entschlüsse, ihn studiren zu lassen. Das war es, was der Knabe
schon lange gewünscht hatte. Er freute sich daher ungemcin, seinen
Bruder, der schon studirte, nach Freiburg im Breisgau begleiten zu
dürfen. Da machte er durch seinen unermüdlichen Fleiß in den un-
tern Schulen die glänzendsten Fortschritte, und widmete sich darauf
der Philosophie mit solchem Erfolge, daß ihm zur ehrenvollen Aus-
zeichnung der Grad eines Magisters der freien Künste ertheilt wurde.
Sein Fleiß, seine Ei'.igezogenheit, seine Frömmigkeit, und sein ernster
Tugeudeifer gewannen ihm die Hochachtung und die Liebe Aller,
welche ihn kannten, zumal seiner Lehrer, die gerne den andern Schü-
lern ihn zum Muster vorstellten.
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen