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788 Der heilige Fidelis von Sigmaringen :c.
Nachdem Markus seine künftige Lebensbestimmung im Gebethe
mit Gott, in freundschaftlichen Unterredungen mit weisen und from-
men Männern, und in re,fer Ueberlequng mit sich selbst berathen
hatte, wendete er sich zu den Rechtswissenschaften, die cr in einem
solchen Umfange, und so gründlich sich eigen machte, daß seine Leh-
rer nach der Vollendung derselben öffentlich bezeugten, es sey an
der hohen Schule und in der Stadt Freiburg Keiner, dem Markus
an gründlicher Kenntniß der Rechtsgelehrtheit nachstehe, ja es seyen
nur Wenige, die ihm gleich kämen. Gleiche Belobung verdiente
und erlangte s<in tugendhafter Wandel; denn cr blieb rein von dem
Verderben, in welches so viele Jünglinge, getrieben von den eigenen
unbezähmtcn Leidenschaften, und angezogen durch den Reiz verführe:
rischer Beispiele an niedern und hohen Schulen, sich stürzen. Seine
Erholung fand er im Gebethe, oder in dem Lesen eines erbaulichen
Buches, oder auf einem Spaziergange, oder in Gesprächen mit
gleichgesinnten Freunden. Treulich hielt er während der ganzen
Studirzeit den Vorsatz, alle hitzigen Getränke zu vermeiden, um die
Unschuld, die er fortwährend als das höchste Kleinod bewachte, un-.
befleckt zu erhalten. Nach der Sitte und den Bedürfnissen der
damaligen Zeit lernte cr auch fechten, und brachte es auch in die-
ser Kunst so weit, daß nur Wenige sich mit ihm zu messen ge-
trauten.
Nachdem Markus seine Studien vollendet hatte, kam er, reich
an Kenntnissen, und noch reicher an Tugend, am Ende des Jahres
1603 wieder zurück in seine Vaterstadt, zur Freude der Seinigen,
zur Freude seines Fürsten und seiner Mitbürger. — Mehrere adelige
Jünglinge hatten den Entschluß gefaßt, die vornehmsten Städte Eu-
ropas zu bereisen. Mit Einsmnmung ihrer Eltern wählten sie den
Markus Roj zu ihrem Begleiter und Hofmeister. Dieser nahm den
Ruf um so lieber an, weil es auch der Wunsch seines Fürsten war,
und weil er waßte, wie großen Zuwachs, zumal an Länder- und
Menschenkenntniß, ihm die Reise, mit der gehörigen Klugheit unter-
nommmen, verschaffen, und wie nützlich er seinen jungen Freunden
bei derselben werden könne. Durch Anrufung des göttlichen Schutzes
bereitete er sich zur Reise vor, und erinnerte auch die Andern, das
Gleiche zu thun. In dieser Absicht sührte cr sie in eine Kirche, wo
er durch sein Beispiel ihre Andacht entstammte. Sofort ward die
Reise im Jahre 1604 angetreten, und ging durch Frankreich, durch
mehrere Provinzen von Spanien, durch ganz Italien und durch
Deutschland. Kein Ort wurde übergangen, in dem etwas Merk-
würdiges sich befand, und keiner verlassen, so lange noch etwas
Wichtiges' zu sehen, oder ein wissenschaftlicher Bortheil zu gewinnen
war. Deßhalb dauerte der Aufenthalt vorzüglich lange zu Paris,
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen