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Am 24. April. 789
Venedig, Mailand, Rom u. a. Mit großem Eifer betrieb Markus
das Studium der Sprache jener Länder, die sie besuchen wollten,
und munterte dazu auch seine Gesellschafter auf, die deßhalb, wie er
selbst, schon eine große Fertigkeit in der französischen Sprache hat:
ten, als sie nach Paris, und in der italienischen, als sie nach Rom
kamen. Dadurch ward ihnen der Zutritt zu Männern erleichtert,
durch die ihre Lern: und Wißbegierde köstliche Nahrung fand. In
Paris erwarb sich Markus durch den Antheil, den er an öffentlichen
Disputationen nahm, großen Ruhm seiner tiefen Gelehrsamkeit und
eine solche Hochschätzung, daß selbst große Gelehrte seinen Umgang
jetzt eben so eifrig suchten, als er vorher den ihrigen gesucht hatte.
Auch seinen Reisegefährten ward die nämliche Gelegenheit, ihre
Kenntnisse zu erproben. Sie benutzten sie, und crndtcten ebenfalls
großen Beifall ein, dessen schönster Glanz auf ihren Führer Markus
hinüberstrahlte, der jeden Anlaß benutzte, ihre Kenntnisse zu erwei-
tern, und fester zu begründen, zumal auch in der Religion, auf die
er all^.j Andere in seinem weisen und frommen Sinne zu beziehen
wußte. Fortwährend leuchtete er seinen jungen Freunden, die ihn
wie einen Vater liebten, als Muster eines unbefleckten Wandels vor,
und keine Gelegenheit versäumte er, ihren Eifer für Religion und
Tugend zu entstammen; daher auch Gebeth und Andacht, und be-
sonders die Anhörung der heiligen Messe, ein unabänderlicher Punkt
der festgesetzten Tagesordnung war. Alle Monate, sowie an den
Festtagen des Herrn und der göttlichen Mutter, reinigte er sein Ge-
wissen durch das Sacrament der Buße, und kräftigte seine fromme
Seele durch den Genuß des allcrheiligsten Altarssacramentes. In
der Fastenzeit trug er einen härenen Bnßgürtel unter seinem Ge:
wände, und übte andere Werke bußfertiger Abtödtung. Im Jahre
1610 kamen die Reisenden in ihre Heimath zurück, und die adeli:
gen Jünglinge gaben ihrem Führer Markus einstimmig das Zeugniß,
daß er wegen seincr vorzüglichen Tugend und Frömmigkeit ein gro-
ßer Liebling Gottes seyn müsse, und dafür gewiß ein seliger Him:
melsbürger werden würde.
Markus wollte nun seinen Mitmenschen als Rechtsgclchrter
nützlich werden. Um desto größeres Vertrauen zu gewinnen, em-
pfing er zu Villingcn, wohin die Professoren von Freidurg wegen
der, in dieser Stadt herrschenden, Pest sich zurück gezogen hatten,
am 7. Mai 1611 unter dem berühmten Thomas Metzger den Grad
eines Doktors beider Rechte, begab sich nach Ensishcim im obern
Elsaß, wo die österreichische Regierung damals ihren Sitz hatte,
und übernahm die Stelle eines Advokaten. Durch seine Geschicklich:
keit, durch seinen rechtlichen Sinn, und seine Unparthcilichkeit erwarb
er sich bald die Liebe und Hochachtung der Richter, und das volle
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen