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in den ersten 70 Jahren :c. 5
maricn. Die Apostel blieben jedoch standhaften Muthes in Jeru-
salem. Die Verfolgung wurde fortgesetzt durch den Saulus, wie
wir in der nächstfolgenden Lebensbeschreibung weitläufiger erzählen
werden. Dieser heftige Eiferer für das Gesetz drang sich in die
Häuser der Christen ein, zog Männer und Weiber heraus und lie-
ferte sie in das Gefängniß, und mehrere derselben in den Tod. Er
war den Bekennern Jesu um so mehr zum Schrecken, und drohte
dem Christenthum um so gewisser den gänzlichen Untergang, da er
von dem hohen Rathe der Juden in seiner tobe.iden Wuth befe:
stigct, und in seinem gcwaltthatigen Verfahren gegen die Christen
unterstützt wurde.
Wenn in der zu Jerusalem ausgebrochenen Verfolgung nicht
mehrere oder alle Christen, die ergriffen und in die Gefängnisse ge-
schleppt worden waren, und insbesondere auch die Apostel nicht gc-
tödtet wurden; so geschah dieß nicht aus Schonung, sondern nur
aus der Ursache, weil der hohe Rath der Juden, unter der Ober-
herrschaft der Römer stchend, das Todesurtheil nur noch gegen
Gotteslästerer sprechen, und die Vollziehung desselben nicht mehr
selbst veranlassen durfte, sondern sie von dem römischen Landpfle-
ger erwirken mußte.
Die Vcrfolgungswuth der Juden gegen die Christen beschränk-
te sich nicht bloß auf Jerusalem, oder auf die Gränzen des Iuden-
landes. Der hohe Rath schickte auch an auswärtige Orte und Si-
nagogen Gesandte und Aufforderungen, das aufblühende Christen-
thum zu unterdrücken und die Anhänger desselben auf alle mögli-
che Weise zu verfolgen. Die Apostelgeschichte erzählt uns mehrere
Aufruhren gegen die Christen, welche von den Juden in heidnischen
Städten erregt wurden. Da es den Juden an Macht fehlte, die
Christen so wirksam, als es ihnen ihr Haß eingab, zu verfolgen,
so bemühten sie sich aller Orten, die Heiden, und vorzüglich die
damals so mächtigen Römer gegen sie aufzuhetzen. Dazu bedienten
sie sich der niederträchtigsten nnd abscheulichsten Vcrläumdungen,
durch welche sie die Anhänger Jesu als die lasterhaftesten Menschen,
und als Rebellen gegen die Gesetze und gegen den Staat darstell-
ten. Ueberall, wo die Lehren des Christenthums hinkamen, hatten
sie gegen die Lästerungen und Verläumdungm der Juden zu käm-
pfen, und jede christliche Gemeinde mußte den verfolgenden Haß der-
selben empfinden.
Einen heftigen und gewaltigen Feind erhielt die Kirche Jesu
in Jerusalem an dem jüdischen Könige Herodes Agrippa, einem En-
kel Herodcs des Großen, der unter dem römischen Kaiser Claudius die
Herrschaft über ganz Iudenland erhielt. Nicht so fast aus eigneem
Hasse gegen das Christenthum, als vielmehr ausgehetzt von den
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen