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14 Die Verfolgungen der Kirche Jesu Christi
men, Stricken, Geiseln, Skorpionen, Ochsensehncn, Stecken und
Keulen geschlagen und zerfleischt, mit brennenden Fackeln ober
glühenden Eisen angebrannt u. s. w.
Ein fast eben so fürchterliches Marterwerkzeug, als die Folter-
bank war der Block in den Gefängnissen. Dieser bestand aus
zwei dicken Holzstücken, welche zusammenpaßten, und fest auf einan-
der geschraubt werden konnten. An der Stelle, wo sie aufeinander
paßten, waren Oessnungen eingeschnittcn, in welche die Hände und
Füße eingelegt, oder vielmehr eingezwängt werden konnten. Der
Gefangene wurde auf den Boden geworfen, die Füße oder Hände,
oder beide zugleich wurden in die Oeffnung des Unterholzes einge-
legt, das Oberholz aufgelegt und zugeschraubt. In diesem Blocke
waren mehrere Ocffnungen in verschiedener Entfernung angebracht,
und nicht selten mußten Hände und Füße mit uumenschlicher Ge-
walt aus einander gespannt werden, wenn man sie in die äußer-
sten Oeffnungen bringen wollte. So eingespannt mußten die heili-
gen Märtyrer Tage und Nächte lang unaussprechliche Pein, und nicht
selten den schmerzlichsten Tod leiden.
6) Auch durch das Feuer wurden unzahlige Christen gemar-
tert und getödtct. Sie wurden mit glühenden oder siedenden Ma-
terien, als: Wasser, Oel, Kalch, Pech u. d. gl. Übergossen, oder
in denselben gesotten; in brennende Kalchöfen geworfen, auf eiser-
nen Betten und Rösten, in Kesseln und Bratpfannen geröstet, in
Gruben geworfen, welche mit glühenden Kohlen angefüllt waren; an
vier Pfählen über glühende Hohlen auf die Erde festgebunden; auf
dem Scheiterhaufen verbrannt; mit brennenden Materien bestrichen,
an Pfähle festgebunden und angezündet, in ihren eigenen Wohnun-
gen und in den Gefängnissen verbrannt; in angezündeten Schissen
den Wellen des Meeres Preis gegeben u. d. gl. m.
Das schrecklichste Marter-Instrument war ein eherner Ochs,
welchen der Athcnienser Per i l l us erfunden hatte, und der auch
zur Marter der Christen angewendet wurde.
Dieses Instrument war aus Erz gegossen, hatte ganz die Ge-
stalt eines Ochsen, war inwendig hohl, und auf einer Oberseite
mit einer Thüre versehen, durch welche die unglücklichen Opfer der
grausamen Wuth hineingebracht werden konnten. Wenn dieses ge-
schehen war, wurde die Thüre geschlossen, und unter dem Ochsen
Feuer angezündet, und so lange fortgebrannt, bis die Eingeschlosse-
nen durch den schmerzlichsten Tod getödtet waren. Der eherne Ochs
war so beschaffen, daß das Heulen und Schreien der, in demsel-
selben Bratenden keine Menschenstimme, sondern das Gebrüll« eines
Ochsen darstellte. Daß Perillus selbst der erste war, der in diesem
Ochsen gemartert wurde, war ein gebührender Lohn für seine un-
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen