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in den ersten 70 Jahren:c. 15
glückliche Erfindung, und daß der Tyrann Pha la r i s , der sehr
viele mit barbarischer Wuth durch dieses Instrument getö'dtet hatte,
endlich auch selbst durch dasselbe den Tod fand, war die gerechte
Strafe seiner unmenschlichen Tyrannei.
7) Vielen Bekennern des christlichen Glaubens wurden Nase
und Ohren weggeschnitten, oder die Augen ausgestochen. Sie wur-
den mit Messern und Pfriemen geschnitten und gestochen, und so,
vorzüglich im Gesichte, jämmerlich entstellt, und am Körper gestüm:
mclt. Einigen wurde bei lebendigem Leibe die Haut abgezogen,
oder die Eingeweide aus dem Leibe geschnitten; Andere wurden mit
Pfeilen durchschossen, oder mit Spießen durchbohrt. Eine mensch:
Iiche> und so zu sagen gnädige Todesstrafe war es, wenn den hei-
ligen Märtyrern mit dem Schwert oder Beil der Kopf abgeschla:
gen wurde, welches aber gewöhnlich erst dann geschah, nachdem sie
zuvor schon die grausamsten Martern erduldet hatten.
8) Außer diesen angeführten Martern hatten die Christen
noch unzählige andere von der Wuth der Verfolger zu ertragen.
Ihre Füße wurden an zusammengebogene starke Baumäste befesti-
get, und so, wenn die Aeste losgelassen wurden, entzwei gerissen,
in Gefäßen eingeschloffen, oder mit Steinen am Halse ins' Was-
ser versenkt; in Brunnen geworfen; in Thierfelle eingenäht und den
Hunden zum Zerfleischen hingegeben; haufenweise in enge Orte ein-
geschlossen, in welchen sie ersticken mußten; von wilden Reitern über-
ritten, l..,d von den schnaubenden Pferden todtgestampft." Sie muß-
ten mit den wilden Thieren kämpfen; oder wurden dem wüthenden
Hunger derselben Preis gegeben; oder in enge Behältnisse einge-
sperrt und den Ratten und Mäusen, die lebendig gefangen und zu
ihnen hinein gethan wurden, zum Zernagen überlassen.
9) Unzählige Christen wurden in das Elend verwiesen, oder
zu den Bergwerken und zum Vie'chüten verurtheilt. Diese letzte
Strafe traf vorzüglich die Vornehmen und Adelichcn. Alle waren
fast immer mit schweren Ketten beladen, und wurden höchst schimpf-
lich und grausam so lange behandelt, bis der Tod ihr Leiden vol-
lendete. Sedr viele starben in den unterirdischen Löchern und gräß-
lichen Gefängnissen, in die sie geworfen wurden, und unzählige end-
lich verloren durch Kummer, Hunger und Elend ihr Leben.
10) Am schmerzlichsten siel den christlichen Märtyrern der Um-
stand, daß bei allen Foltern und Martern die Schamhaftigkeit ganz
beiseite gesetzt, und derselben nur auf die muthwilligste Weise ge-
spottet wurde. Die christliche» Jungfrauen wurden der ausgelas-
sensten Frechheit der Henkersknechte und andern geilen Menschen
Preis gegeben, oder in die öffentlichen Orte der ärgerlichsten Scham-
losigkeit hingeschleppt.
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen