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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
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der ersten Christen:c. 21 Besondere Festtage wurden in den ersten zwei Jahrhunderten des Christenthums nicht eingefühlt, außer dem Oster und Psing st- feste. Dis Osterfest war anfanglich der Gedächtnißtag des Todes, Jesu sowohl, als seiner Auferstehung. Erst später wurde der Char- fr ei tag zum besondern Gedächtnißtag des Todes, und der Oster- tag zum besondern Andenken der Auferstehung des Herrn gefeiert. Schon in den frühesten Zeiten bereitete man sich am Vorabende durch Betrachtungen, Gebethe, Fasten und Nachtwachen auf diese Festtage vor, und so entstanden in der christlichen Kirche die söge: nannten V ig i l ien . Da indessen von den Tagen, und von der Beschaffenheit des Fastens in den allerersten christlichen Zeiten mit Zuverlässigkeit nichts angegeben werden kann, so werden wir eben- falls später davon reden. Der Sonntag, in der Kirchensprache der Tag des Herrn genannt, ist also der erste und ursprüngliche, von den Aposteln selbst festgesetzte Tag der gemeinschaftlichen äußerlichen Gottesvereh- rung der Christen, und eben deßwegen der erste und höchste Festtag in der christlichen Kirche. Wie unrichtig, unrühmlich und beinahe ärgerlich ist deßwegen der Begriff vieler jetzigen Christen von einem sogenannten gemeinen Sonntage, der bei ihnen im Vergleich mit einem andern Feiertag ungleich weniger, und beinahe gar nichts zu be- bedeuten scheint? Nicht anders, als könnte der Tag des Herrn von seiner eigensten Würde jemals etwas verlieren, weil die Kirche, aber nie in so einer Absicht verordnet hat, auch die Gedächtnißtage der Heiligen mit einer angemessenen Feierlichkeit zu begehen! In der ersten Kirchen versammelten sich Al le aus den Städ- ten und von dem Lande zum gemeinsamen sonntäglichen Gottesdienste. Wie weit sind demnach so viele heutige Christen bei all der Ge: mächlichkcit des in unsern Tagen vervielfältigten Gottesdienstes hinter dem Eifer der ersten Gläubigen zurück? Nur die wichtigsten Hin- dernisse können von dem Besuche des gemeinsamen sonntäglichen Gottesdienstes entschuldigen, und in diesem Falle bleibt dann immer doch die strengste Verpflichtung, den Sonntag durch Privatandacht zu heiligen. Kein Stand und keine Person darf für sich hierin eine Ausnahme machen, weil die Verpflichtung allgemein ist. In der alten Kirche wurde deßwegen der, welcher sich ohne hinreichende Ursache den sonntäglichen Versammlungen dreimal entzog, gestraft; war es ein Geistlicher, so wurde er seiner Stelle entsetzt; war es ein Weltlicher, so kam er in den Kirchenbann. Ein Christ ist jedem Andern das Beispiel der eifrigen Sonntagsfeicr schuldig. Nach der ursprünglichen Einrichtung der christlichen Sonntags- feier und nach den spätern Verfügungen der Kirche, erschöpfte das sogenannte Meßhören, so erhaben und heilig an sich selbst diese
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
Title
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Subtitle
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Volume
2
Author
Anton Mätzler
Publisher
Landshut Verlag
Location
Wien
Date
1840
Language
German
License
PD
Size
9.8 x 16.9 cm
Pages
982
Keywords
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Categories
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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