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Die Advent-Fasten.
Die ersten Spuren der Advent - Fasten finden wir nach dem
Jahre 45l> in dem Kirchensprengcl zu Tours in Frankreich. Eine
in dieser Stadt gehaltene Kirchcnversammlung verordnete im Jahre
566, die Mönche sollen im September, Oktober und November wö-
chentlich dreimal, im Dezember aber bis Weihnachten an jedem
Tage fasten. Die Kirchcnversammlung zu Macon befiehlt im Jahre
582 im 9ten Kanon: „Es soll von Martini an bis zum Geburts-
,,tage unsers Herrn am Montag, Mittwoch und Freitag, auch von
„denen, die keine Mönche sind, gefastet, und der Gottesdienst, wie
,,in der vierzigtägigen Fasten gehalten werden." Im Jahre 817
verfĂĽgte der Kirchenrath zu Achen, daĂź an den 8 Tagen vor Weih:
nachten, wie in den fĂĽnfzig Tagen vor Ostern gefastet werden solle.
Papst Nikolaus I. hat in der Antwort auf eine Anfrage der Bul-
garen erklärt: ,,Man soll in den 4 Wochen vor Weihnachten kein
,,Fleisch essen." Die Kirchenuersammlung zu Scligenstaot verordnete
im Jahre 1N22: „Man soll sich in den vierzehn Tagen vor Weih-
„nachten vom Fleische und vom Blute enthalten." Papst Innozenz
„ I I I . schrieb dem Erzbischofe zu Braga: „Die römische Kirche beob-
„achte im ganzen Advent hindurch ein strenges Fasten." Und Pabst
Gregor X. sagt in seinem im Jahre 1274 herausgegebenen Buche
der Gebräuche: „Vom ersten Sonntag im Advent bis zum Feste
„der Geburt wird, wie in der vierzigtagigen Fasten, gefastet." Der
Bischof Heinrich von Ostia bezeuget im 13ten Jahrhundert, daĂź
die Adventfasten weder von allen, noch in allen Ländern und Ge-
genden beobachtet werde.
Auch heut zu Tage besteht ĂĽber diese Fasten keine allgemein
gleichförmige kirchliche Vorschrift. Jeder Christ hat hierin die An-
ordnung seines Bisthumes zu beobachte».
D a s Fas ten an den V o r a b e n d e n .
Die Vorabende vor dem Weihnachtsfeste, Osterfeste, Pfingst-
feste, Maria Himmelfahrt und vor dem Feste der heiligen Apostel
Petrus und Paulus sind nach der heut zu Tage bestehenden Kir-
chenordnung Fasttage. Der Ursprung derselben ist folgender:
Die Juden singen ihre Festage an mit dem Untergang der
Sonne. Die Christen durften sich anfangs zur Gottesverehrung nicht
öffentlich versammeln, sie kamen also entweder am späten Abende,
oder um Mitternacht zur gemeinschaftlichen Erbauung zusammen.
AIs die Verfolgungen aufhörten, wurden doch noch einige nächtliche
Gottesdienste beibehalten. Man wollte sich dadurch auf den Sonn-
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen