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über das Heidenthum. 59
Künstler, welche in Gold u»d Edelgestein arbeiteten, herbeirufen,
setzte sich mitten unter sie hin, beschrieb ihnen, was er gesehen,
und ließ sie ein Nachbild davon machen. Der Geschichtschreiber
Eusebius, der dasselbe selbst gesehen hatte, beschreibt es folgender-
maßen: Es war ein langer, vergoldeter Lanzenschaft, durch dessen
obern Theil eine Querstange gieng, und ihm die Gestalt eines Kreu-
zes gab. Am obersten Theile des Kreuzes war ein aus Gold und
aus Edelsteinen zusammengesetzter Kranz, wecher den aus den zwei
griechischen Anfangsbuchstaben X. (Ch.) und ?. (It .) bestehenden
Namenszug von Christus umschlang. Bon der Querstange, welche
die Arme des Kreuzes bildete, hicng eine mit Gold und Eoelge-
stein geschmückte, purpurne Fahne herab, deren Länge und Breite
gleich war. Unter dem Namenszuge Christi, ließ Constantin sein
und seiner Söhne Bildnisse anbringen. Diese Fahne führte er von
nun an mit sich in allen seinen Feldzügen, auch ließ er Nachbilder
davon für jedes seiner Heere machen. Den Namenszug Christi trug
er auch auf seinem Helme.
Diese Fahne nannte man das Labarum, welches fünfzig Aus-
erlesenen aus der Leibwache von dem Kaiser anvertraut wurde. Die
Ehre es zu tragen, wechselte der Reihe nach von einen auf den
andern. Wo das heilige Siegeszeichen war, da war auch immer
der Sieg, daher Constantin immer, wenn eine Schaar im Gedränge
war, es dahin tragen ließ. Es geschah nie ohne guten Erfolg.
In einer Schlacht ward der Träger der Kreuzesfahne mitten im Ge-
tümmel des Angriffes von Furcht ergriffen, und gab dieselbe einem
seiner Gefährten in die Hand. Kaum war dieß geschehen, als er,
von einem Wurfspieße, todt zur Erde stürzte. Der, welcher die
Fahne aus der Hand des Zagenden empfangen hatte, ward durch
sie auf eine auffallende Weise geschützt. Er blieb unucrwundet, un-
geachtet die Stätte auf dcr er stand, von feindlichen Pfeilen und
Wurfspitzen bedeckt war. *)
Nach der Erscheinung, die dem Constantin am Himmel gezeigt
wurde, faßte er den Entschluß, den Gott der Christen zu verehren.
Er berief daher Bischöfe zu sich, die ihn in der heiligen Lehre un-
terrichteten, las auch selbst die göttlichen Schriften, in deren Ver-
ständniß sie ihn leiteten. Er ward eben so gut belehret, als fest
Mcs, was hicr von dcr Erscheinung des Kreuzes und von der Kreu-
zcsfahnc angcfiihrt wurde, wird berichtet von dcm Geschichtschreiber
Enscl'inö, dcm cs Constantin selbst erzählt hatte, und cs kann kein
geltender Grund cs zn läugnen, oder zu bczwcifcln uorgcbracht wer-
den. Viä. l^useli. 6e vita
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen