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über das Heidenthum. 63
schäftiger in die innern Angelegenheiten der Kirche, als es cinem
Laien, sey er auch der höchste weltliche Gewalthaber, zusteht.
Das durch den Arius entstandene Aergerniß abzuthun, und auch
andere kirchliche Angelegenheiten zu ordnen, wurde von Constantin
im Jahre 325 eine allgemeine Kirchenversammlung, die erste, nach
der von den Aposteln zu Jerusalem gehaltenen, nach Nicea, in By-
thinien berufen. Drei hundert achtzehn Bischöfe erschienen, nach
dem Zeugnisse des Athanasius, bei derselben. Im Namei^ des Pap-
stes Silvester, der hohen Alters halber eine so weite Reise nicht
unternehmen konnte, waren zwei römische Priester, Vitus und Win:
centins, zugegen. Viele der anwesenden Bischöfe waren mit apo-
stolischen Gaben geschmückt, und viele trugen die Wählzeichen des
heiligen Marterthums an ihrem Leibe. Die Väter der Kirchen-
versammlung verdammten die Lehre des Arius, schloffen die Anhan-
ger derselben, die eines Bessern sich nicht belehren lassen wollten,
von der Kirchengemcinschaft aus, und verfaßten ein Glaubensbekennt-
niß, als Richtschnur der reinen aposloliswen Lehre. Die Rechtgläu-
bigen verehrten die Erklärungen, welche die Kirchenversammlung in
Betreff der Glaubenslehre gemacht hatte, als unfehlbare von Gottes
heiligem Geiste eingegebene Aussprüche, und unterwarfen sich be-
reitwillig den heilsamen Verfügungen, welche in Ansehung der Kir-
chenzucht gemacht wurden. Einige von der Parthei des Arius ver-
ließen ihren Irrthum, und kehrten in den Schooß der einen, wahren
Kirche zurück; viele aber beharreten auf ihrem Eigendünkel, und setz-
ten das Aergerniß in derKirche Gottes durch viele Jahre noch auf
eine so frevelnde Weise fort, daß sie derselben mehr als die schwersten
Verfolgungen der heidnischen Abgöttercr, schadeten. Davon lie-
fern viele Heiligenbeschreibungen die traurigsten Beweise. Nur
kurze Zeit vor seinem Tode, als er schon krank war, ließ Con-
stantin sich taufen, von Eusebius, Bischof zu Nikomedien. Nach
vollbrachter heiliger Handlung wurde er mit einem weißen Ge-
wände angethan, und auf ein weißes Bett gelegt. Den Purpur
wollte er nicht mehr berühren. Darauf dankte er Gott mit lauter
Stimme, und sagte dann, nun fühle er sich wahrhaft selig, theil?
haft des unsterblichen Lebens, und des göttlichen Lichtes! Er be-
klagte das Unglück derer, die diese Hcilsgüter verschmähen. Als
hernach verschiedene Feldobersten zu ihm hincintraten, ihren Verlurst
bejammerten, und ihm Erhaltung des Lebens wünschten, sagte er,
daß er anjetzt erst des wahren Leben gewürdiget werde, er selbst
wiffe am besten, welches Heil ihm widerfahren sey, er wünsche
zu eilen, um zu seinem Gott zu gelangen. Er Narb am 22 ten
Mai 337 gegen Mittag im 64 Jahre seines Alterv.
Daß Constantin die heilige Taufe bis auf das Todbett ver-
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen