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76 Verfolgung der Kirche Jesu Christi
Abendlande der erwünschten Ruhe. Er gestattete indessen jeder an-
dern Rcligionsparthei freie Religionsübung.
Auch Valens, der sieben Jahre jünger war, als Valentinian,
bekannte sich zum Christcnthume, und hicng zur Zeit seiner Thron.-
bcsteigung noch der reinen Lehre an, ließ sich aber bald hernach
zur Ketzerei der Arianer hinreißen. Er wurde den Anhängern der
reinen Lehre immer mehr abhold, zeigte sich endlich feindselig gegen
sie, und verfolgte sie auf grausame Weise — angereizt durch die
Ariancr, von denen cr sich leiten ließ, und die er in ihren argen
Umtrieben mit seiner Macht unterstützte.
Dem Valentinian gereicht zum verdienten Vorwurfe die Schwä:
che, mit der er den grausamen Verfolgungen zusah, welche die
Katholiken unter dem arianisch gesinnten Valens erdulden mußten,
da er doch so herrschende Ueberlegenhcit über seinen Bruder hatte,
und es seine Pflicht war, sich der unterdrückten Unterthanen des
morgcnländischen Reiches anzunehmen. Valentinian starb am 17.
November 375. Schon früher hatte er seinen Sohn Gratian
zum Mitregentcn ernannt. Diesem fiel nach des Vaters Tode die
Regierung des Abendlandes zu, neben ihm wurde aber auch sein
erst vier Jahre alter Bruder Valentinian von dem Kriegshecre zum
Kaiser ausgerufen. Gratian war ein vortrefflicher Fürst, der rei:
nen katholischen Lehre zugethan, die er auch kräftig schützte.
Im Jahre 378 verlor der morgenlamdische Kaiser Valenö in
einer Feldschlaä^ mit den Gothen das Leben. Gratian ward nun
auch der Beherrscher des morgcnländischen Reiches. Am 19ten
Iäner 379 ernannte er zu seinem Machtgenossen den Theodosius,
den Sohn eines der größten Feldherrn seiner Zeit, welchen Gratian
gleich nach dem Antritte der Regierung des abendländischen Reiches
hatte enthaupten lassen, wahrscheinlich, weil er hochverrätherischer
Absichten bei ihm angeclagt wurde. — Am Sohne wollte der
edle Gratian die an dem Vater verübte Uebercilung wieder gut
machen. Dem Theodosius überließ er die Regierung des morgen:
ländischen Reiches, in welchem die Rechtgläubigen nun auch der
Hoffnung besserer Zeiten entgegen sahen, denn der neue Kaiser
war der heiligen Lehre mit größtem Eifer ergeben, und ein Re-
gent, welcher mit Recht den Namen des Großen erhielt. Gratian
ward im Jahre 383 zu Lyon durch Meuchelmord getödtet, im
Jahre 392 starb auch sein Bruder Valentinian, den das Unglück
und der Kaiser ThcVdosius zum vortrefflichen Regenten, und der
heilige Ambrosius zum guten Christen gebildcthatte. Theodosius
warb jetzt der Alleinherrscher über das ganze morgcnländische so-
wohl als abendländische Reich.
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen