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78 Von den Engeln und Engelfesten
sinnlichen Gelüsten (Luk. 24, .^9). Sie sind in einem nähern,
beglücktem Verhältnisse mit Gott (Matth. 18, 10.) , worin sie
ewig bleiben werden. (Luk. 2N, 36.)
Diese seligen Geister sind von Gott dazu bestimmt, uns ver-
schiedene Liebesdienste zu leisten. Sie fördern nach dem Willen
Gottes unser Heil. Gleichwie ein verständiger Vater auf der Erde
seine verständigern und größern Kinder braucht, die kleinern zu lei-
ten, eben so hat es der himmlische Vater gemacht und macht es
noch so. Es gibt zwar viele, welche dieses Gott unanständig hab
ten. „Ein weltlicher Fürst, sagen sie, der nicht überall seyn, nicht
„alles selbst thun kann, bedarf freilich Diener, um seine Befchle
„zu vollziehen, und seine Unterthanen zu beglücken. Allein, Gott,
„der von Ewigkeit her schon alles zum Besten seiner Geschöpfe ge-
„ordnet hat, dieser allmächtige, allweift, gütige und gerechte Gott
„bedarf nicht des Beistandes dienstbarer Geister. Er will, und es
„geschieht, — er will nicht und es unterbleibt, oder der kühne
„Frevler zittere, denn er weiß seinen Befehlen Achtung zu verschaf-
„ fen." Dieß ist wohl allcö walir. Gott kann freilich aus
eigener Kraft alles selbst thun, und bedarf keineswegs des Bei:
standes eines andern auch noch so mächtigen Geistes; allein wer
aus uns schwachen und kurzsichtigen Menschen möchte wohl im
Ernste behaupten, daß Gott immer unmi t te lbar selbst
handeln müsse, und sich nie der Dazwischenkunft seliger
Geister bedienen dürfe? Die heilige Schrift, welche uns von
dem Uebcrsinnlichen vollständiger belehret, als es je die hellste
menschliche Vernunft wird thun können, lehrt ausdrücklich, daß
er dieseS wirklich thue. Sie beschreibt uns die Engel als Gott
gehorchende Diener, denen er zum Besten des Menschen gewisse
Aufträge gegeben hat, und noch gibt. „ S i n d nicht die
E n g e l " sagt Paulus, „ insgesammt dienstbare Geister,
„ausgesandt zum Dienste derer, welche die Se l ig -
„ke i t ererben w o l l e n ? "
Die Engel beschützen ihre Pflegkinder vor leiblichen und geist-
lichen Gefahren, und von diesem Amte führen sie auch den Namen
Schutzengel. „Der Engel des Herrn" spricht der Psalmist
33, 8. „lagert sich um die her, welche ihn fürchten, und errettet
„sie." „Der Herr hat seinen Engeln befohlen, daß sie dich auf
„allen deinen Wegen beschützen sollen; sie werden dich auf den
„Händen tragen, damit du nirgends einen Fuß anstoßest." Psalm
90, 11. 12. Solche Engel waren es, die den Loth und seine
Familie aus Sodoma fühlten, und dem Untergänge entrissen. 1.
Mos. 19. Ein solcher Engel war es, dem Jakob die Befreiung
von mancherlei Uebeln zu verdanken hatte. 1. Mos. 48, 16. Ein
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen