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Das Fest aller Heiligen. 89
âallein dargebracht. Alle Religionsvcrrichtungen an den Orten der
âMĂ€rtyrer sind Zierden ihrer GcdĂ€chtniĂplĂ€tze; man ehret dadurch
âdiese Todten nicht, als wenn sie Götter wĂ€ren."
Die Heiligen: Basilius, Gregorius von Nazianz und Grego-
rius von Nyssa haben auf die Heiligen Lobreden gehalten, in wel-
chen sie sich an dieselben wenden, ihnen verschiedene Anliegen vor-
tragen, und sie als vollendete KĂ€mpfer anrufen.
Nach der Mitte des vierten Jahrhunderts wurde bei vielen
Personen die Achtung fĂŒr die MĂ€rtyrer zu groĂ. Daraus entstan-
den Uebereilungcn. ' Man rechnete Menschen unter die MĂ€rtyrer,
die es nicht waren. Im Jahre 38(i verordnete daher der Kaiser
Theodosius, daĂ Niemand einen begrabenen Menschenleib weiter
bringen, Niemand den Leib eines MĂ€rtyrers kaufen oder verkaufen
solle. Woraus erhellet, daĂ um diese Zeit schon BetrĂŒgereien mit
den Reliquien der Heiligen geschehen seyen. Auch der heilige Au-
gust'n klagt hierĂŒber im Buche von der BeschĂ€ftigung der Mönche,
im 28sten HauptstĂŒck.
Die Christen der ersten Jahrhunderte hatten fĂŒr die verstorbe-
nen heiligen Bischöfe und Lehrer, Einsiedler, Vekenner, und vor-
zĂŒglich fĂŒr die heiligen Martyre^ groĂe Ehrerbiethung. Sie ehrten
jĂ€hrlich das Andenken ihres Todes, haben sich aber deĂwegen nicht
den ganzen Tag ihren GeschÀften entzogen. Sie sind znr bestimm-
ten Zeit an dem Ort, an welchem der Heilige gelebt und gelitten
hat, oder wo sein Leib ruhte, zusammengekommen, und haben sich
durch das Lesen der göttlichen Schrift, durch seine Lebensbeschrei-
bung, durch eine Predigt, durch Singen und Gebeth, und durch
die Feier des hochheiligen Opfers, und des heiligen Abendmahls
gestĂ€rkt. â Hier wurde das Andenken an diesen, dort
an einen andern Hei l igen gehalten. Die Heiligen, deren
GedĂ€chtniĂ man damals begieng, waren gröĂtentheils andere, als die
man jetzt festlich verehrt. Neben den Aposteln sind Johannes der
TĂ€ufer, Sttphanus und Laurcntius die einzigen, welche schon im
grauen Alterthum geehrt wurden, und noch verehrt werden. Ihre
Verehrung breitete sich in alle LĂ€nder aus. Im fĂŒnften und sechs-
ten Jahrhundert wurde diese Ehre auch dem heil. Bischof Martinus
zu Theil. Die Verehrung anderer Heiligen, war auf ein Land,
auf einen Bezirk, oft nur auf eine Stadt, einen Flecken oder ein
Dorf eingeschrÀnkt. Bis in's sechste Jahrhundert wurden, ausser
dem Sonntage, nur einige Feste des Herrn, als al lgemeine
Fest: und Feiertage begangen. Der heil. Augustin zÀhlet im
Briefe an den Ianuarius nur das Andenken an das Leiden des
Herrn, seine Auferstehung und Himmelfahrt und die Sendung des
heil. Geistes unter die allgemeinen Feste der Kirche. Die zu Agdc,
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton MĂ€tzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen