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ncn Puncten auch 24^ mächtig. In dieser tiefern Dohle trieb
man bann eine Strecke nach dem Streichen, wo das Lager bei
l00 Lachter aufgeschloffen erscheint, doch ist am westlichen Ende
das Fcldcrt verfallen, aber die Erze sollen noch anstehen. Uebri-
gens ist der ganze Bau so unregelmäßig geführt, daß man nur
wenig Aufschluß erhalten kann. Man ist jetzt gesonnen/ von einem
Gesenke aus, das man in Erzen niederteuft, in einer tiefern
Sohle gegen das Liegend einen Querschlag zu betreiben, dann die
Sohle des Stollens nachzunehinen, nm die Förderung zu erleich-
tern und zn regulircn, nebstbei aber auch zn untersuchen, ob die
obigen mehr im Liegend befindlichen Lager in der Teufe sich nicht,
so wie das Hängendste, mächtiger erweisen, oder ob dasselbe viel-
leicht nur durch ein Zusammentreffen mit den übrigen so mäch-
tig geworden ist.
' Die hier brechenden Erze bestellen im Allgemeinen aus einem
ausgelosten, sehr mürben, ockri'gen und etwas sandigen Braun-
eisenstein/ der an einzelnen Puncten wohl fester wird, aber in
den festern Putzen gerne in Schwefelkies übergeht; auch ist au
mehreren Stellen ein ganz zcrreiblichcr sandiger Schwefelkies zu
treffen, so wie auch an einzelnen Puncten mitte!, in den mürben
Erzen eine lettige, sandige, graulich gefärbte Masse erscheint.
Die taube» Kalkmittel sind mitunter gleichfalls in einein stark
aufgelösten lockern Zustande Das ganze Vorkummen deutet da-
tier hin, daß diese Brauneisensteine größten Theils verwitterte
Schwefelkiese sind, und zwar, daß >1e schon einen sehr hohen Grad
der Verwitterung ausgestanden haben.
Der jetzige Abbau wird mit einer Art horizontaler unregel'
uiäßiger Firstenstraßen betrieben, die man 5 ' /^6/ hoch und 3—4^
breit macht, und den Versatz immer seitwärts hinterher fährt,
den man sich aus den tauben Mitteln verschafft. Die Gewinnung
geschieht nur mit der Keilhaue, da die Erze so mürbe und auf-
gelöst sind. Sehr zweckmäßig und vorthcilhaft wurde mau hier
einen geregelten Seitenfirstenbau einleiten können. Die Stollen-
und Streckcnfördcrung geschieht größten Theils mit deutschen Hun-
den, nur iu den steilen Aufbrüchen mit dem Schlepptroge abwärts.
Auf der Halde werden die Erze wegen der Nöstuug nnd Oatti-
Die steiermärkisch-ständische montanistische Lehranstalt Vordernberg - Ein Jahrbuch für den innerösterreichischen Berg- und Hüttenmann
Ihr inneres Streben und Wirken und die derselben zugewandten Unterstütung von außen
- Title
- Die steiermärkisch-ständische montanistische Lehranstalt Vordernberg - Ein Jahrbuch für den innerösterreichischen Berg- und Hüttenmann
- Subtitle
- Ihr inneres Streben und Wirken und die derselben zugewandten Unterstütung von außen
- Author
- Professor Tunner
- Publisher
- Andreas Leykam'schen Erben
- Location
- Vordernberg
- Date
- 1841
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 18.75 x 29.69 cm
- Pages
- 280
- Keywords
- Bergbau, Bergwerk
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen
- Universitäten und Institutionen Institutionen