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Das Einfallen der Schichten hier ist »ach St. 10 mehr oder
weniger flach, im Mittel von 26—30 Graden. Durch denRaben-
stolleu, der der tiefste ist, gelangt man vom Liegend durch Gneiß
an das Kalklagcr, in dem man fünf durch Kalklager getrennte
Eisenerzlager unlerschciden kann, wovon jedoch nur drei in Ab-
bau genommen wurden, und von welchen das Hängendste das mäch-
tigste ist. Das zweite bauwürdige Lager ist vom ersten 20 und
das dritte vom zweiten etwa 40 Lachter söhlig entfernt, wobei,
die Zwischenmittel aus Kalk bestehen Im Hangenden des mäch-
tigsten Lageis ist noch Kalk, den man aber noch nirgends über-
brochen hat. Ueber die Mächtigkeit dieser Erzlager laßt sich nichts
Bestimmtes sagen, da sie sehr stark verhauen und auch sehr un-
gleich sind; was man aus den großen Zechen urtheilen kann,
mag die größte Mächtigkeit des dritten Lagers wohl bei 4 Lach-
ter betragen haben. Im linken Flügel ist noch das meiste unver-
daute Feld, so wie auch die Sohle nirgends tiefer untersucht
wurde; wogegen der rechte Flügel besonders gegen aufwärts an
allen drei Lagern sehr stark verhaut ist, und größten Theils nur
Krägen und einige Pfeiler stark schwcfelkiesiger Erze und theil-
weise völlig derber Kies anstehen. Die hier^breckcnden Erze sind
theils Brauneisensteine, aber meist ziemlich fester Beschaffenheit,
die sehr häufig mit Schwefelkies verunreinigt sind, theils Weiß-
erze mit mehr oder weniger Magneteisensteinen eingesprengt. ,
Auck hier deuten die vielen nnucrwitterten Schwefelkiese, an,
daß die Branneisensteinlager zum großen Theil aus Verwitterung
derselben und zum Theil aus Svatheisensteinen sich gebildet ha-
ben. Ziemlich häufig hat man es hier mit Verwerfungen zu thun,
wovon besonders eine, bei welcher das Grgenlrumm um 12 Lach-
ler horizontal verschoben erscheint, bemerkcnsiverth ist, weil man
bei der Ausrichtung derselben statt auf das Gegentrumm, auf große
ausgehauenc Zechen kam; wahrscheinlich verstanden,die Alten nicht
die Ausrichtung derselben, glaubten sich ganz abgeschnitten, und
machten in ihrer bekannten Lagerstätte diese mächtigen Verhaue.
Der Abbau wird hier sehr lässig betrieben, da nicht viele
Erze vorhanden, diese, obgleich thcilwcifc sehr schön, doch «st sehr
Die steiermärkisch-ständische montanistische Lehranstalt Vordernberg - Ein Jahrbuch für den innerösterreichischen Berg- und Hüttenmann
Ihr inneres Streben und Wirken und die derselben zugewandten Unterstütung von außen
- Title
- Die steiermärkisch-ständische montanistische Lehranstalt Vordernberg - Ein Jahrbuch für den innerösterreichischen Berg- und Hüttenmann
- Subtitle
- Ihr inneres Streben und Wirken und die derselben zugewandten Unterstütung von außen
- Author
- Professor Tunner
- Publisher
- Andreas Leykam'schen Erben
- Location
- Vordernberg
- Date
- 1841
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 18.75 x 29.69 cm
- Pages
- 280
- Keywords
- Bergbau, Bergwerk
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen
- Universitäten und Institutionen Institutionen