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edel zrigi, nach unten größtenteils aber nur aus Ocker besteht,
wo die jetzigen Verhaue umgehen, und zum Theil schon abge-
baut ist. Die größte Mächtigkeit de« ganzen Lagers in der
Sohle des Iohannistollens beträgt horizontal 34 Lachter, was
einer wahren Mächtigkeit von W Lachtern gleich kommt, und
diese ist durch zwei taube Kaltblättcr getrennt, so daß eigentlich
drei Erzlager erscheinen, die 1 bis 6 Lllchter mächtig sind, und sich
vfc erweitern, zusammenzielien und auskeilen. Das edle Vorkom-
men ist übrigens Itill Lacht« nach dem Streichen und 100 lach«
ter nach dem Verflachen aufgeschlossen.
Die Erze bestehen großtentheils in Brauneisenstein, der in
der untern Sohle ganz in mürben Ocker, wie in der Grünleiten
und im Kammelstollen, verwittert ist; in den obern Sohlen wird
er jedoch fester, ist häufig mit Schwefelkies ueruureinigt, und in
der Höhe zwischen dem Veit- nnd Urbanistollen, wo die größte edle
Mächngkeit ist, finden sich in den schönsten Brauneisensteinen
auch sehr viele Glasköpfe. In dem Vcitstollen sind noch beson-
ders die sogenannten schwarzen nnd gelben Eisen-Pech-Erze zu
erwähnen, die eine bedeutende Hürie und eiu ganz opalartiges
Aussehen haben; in dem gelben Ocker findet man auch, jedoch
seilen, Nleiglanz eingesprengt.
Der Hauptabbau findet jetzt von der Laroli- bis zur Io-
hanuüSohle Statt, weil man möglichst bald mit dem Abbau
uuier der Iohannisohle fertig werden möchte, um dann den lan-
gen Larulistollcn auflassen zu können. Man findet hier höchst
uortheilhaft und musterhaft den sogenannten Seitenfirstenbau in
Anwendung, Man treibt nähmlich von dem Auslangen nach dem
Ansteigen in größern Distanzen mehrere Aufbrüche, so daß man
das Liegend zur Sohle behält, um sich das ganze Lager in meh-
rere Abbnufeldel zu theilen, uud von diesen «erden dann die
einzelnen Seitcnfirstenstraßen, etwas diagonal nach abwärts ge-
hend, eine hinter der andern, angesetzt, und der Versatz wird im-
mer seitwärts neben und etwas hinter sich nücgesührt, so daß
derselbe immer in paralleler Lage mit den Firstenstraßcn bleibt,
und daß die Erzmasse im Hangenden zwischen dem Firstenstoß
und dem Versatz nie nie! über eine «achter entblößt ist. Man
Die steiermärkisch-ständische montanistische Lehranstalt Vordernberg - Ein Jahrbuch für den innerösterreichischen Berg- und Hüttenmann
Ihr inneres Streben und Wirken und die derselben zugewandten Unterstütung von außen
- Title
- Die steiermärkisch-ständische montanistische Lehranstalt Vordernberg - Ein Jahrbuch für den innerösterreichischen Berg- und Hüttenmann
- Subtitle
- Ihr inneres Streben und Wirken und die derselben zugewandten Unterstütung von außen
- Author
- Professor Tunner
- Publisher
- Andreas Leykam'schen Erben
- Location
- Vordernberg
- Date
- 1841
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 18.75 x 29.69 cm
- Pages
- 280
- Keywords
- Bergbau, Bergwerk
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen
- Universitäten und Institutionen Institutionen