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Darum hat es zu allen Zeiten Menschen gegeben, welche
mit Eifer u»d Liebe de«, Schürfen oder Erzanfsuchen oft einen
bedeutenden Theil ihrer Zeit widmeten. Und nur die wegen
Maugels einer brauchbare» Schurfkunde so häufigen, fruchtlosen,
Zeit, Mühe uud Kosten versplitternden Schurfmauipulatiouen
sind Schuld, daß auf das Schürfen nicht noch mehr verwendet
wird, und daß sich von jeher größtentheils nur gemeine Bergar-
beiter nach ihrer Willkühr damit abgegeben haben, denen es von
ihren Oewerlschaften auch häufig zur Pflicht gemacht wurde, der
Entdeckung neuer Erzausbisse nachzuspüren.
Da nun die vorsttzlichen Schürfungen wegen mangelnder
richtiger Leitung auch nur zufällig glücken tonnten, so müssen
wir den ersten Ursprung unserer bis jetzt eröffneten Bergwerke
auch größtentheils dem Zufalle verdanken, — Und so ist es auch! —
Denn, wenn «an Gelegenheit hat, die Entstehungsgeschichte
einzelner Bergwerke kennen zu lernen, so zeigt sich fast durchaus,
daß der erste Ausbiß einer Erzlagerstätte, nach dem wörtliche
Sinne, sichtlich zu Tage herausschaute, daß entweder dort nie eine
Dammerde und Gewächse waren, oder daß er von denselben durch
Lavinen, Baumstürze, durch Grabungen bei hänser-, Straßen-
und Bruuncnbauten oder selbst durch Thiere entblößt wurde.
Außerdem mögen auch Erzausbisse von bedeutender Mächtigkeit,
aber nur etwas Dammerdedeckc ohne besondere Kunst aufgefun-
den worden seyn, weil auf einen solchen mächtigen Ausbiß die
von ihm nngemein häufig zerstreuten Erzfindlinge unfehlbar hin-
weisen. Eine ziemlich allgemeine Erzaufsuchnngsmcthode, mittels
welcher, ungeachtet der vielen oft kostspieligen mißlungenen Ar-
beiten, doch manchmahl Erzanbrüche entdeckt worden, ist das Un-
terbauen einer Gegend, wo Erzfindlinge übertags vorkommen.
Beißt die Erzlagerstätte, von der die Findlinge abgerissen sind,
nicht hoch ober dem Unterbauungs- oder Schürfstollen aus, und
hat selbe ein lcchtsinnigcs Verflachen, so kann mit de» Stolle«
die Erzlagerstätte auch in kurzer Zeit ohne bedeutende Kosten
erbaut werden. Ist der Ausbiß aber bedeutend hoher als der
Stollen, und hat die Lagerstätte ein widersinniges Verflachen
oder ein paralleles Streichen mit der Stollenrichtung, was man
Die steiermärkisch-ständische montanistische Lehranstalt Vordernberg - Ein Jahrbuch für den innerösterreichischen Berg- und Hüttenmann
Ihr inneres Streben und Wirken und die derselben zugewandten Unterstütung von außen
- Title
- Die steiermärkisch-ständische montanistische Lehranstalt Vordernberg - Ein Jahrbuch für den innerösterreichischen Berg- und Hüttenmann
- Subtitle
- Ihr inneres Streben und Wirken und die derselben zugewandten Unterstütung von außen
- Author
- Professor Tunner
- Publisher
- Andreas Leykam'schen Erben
- Location
- Vordernberg
- Date
- 1841
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 18.75 x 29.69 cm
- Pages
- 280
- Keywords
- Bergbau, Bergwerk
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen
- Universitäten und Institutionen Institutionen