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idee aufgefaßt, mittels welcher ich später meine Schürfe so glück-
lich leite,c. Die beste Zeit zl,r Schürfung ist auf einem Ackergrnnd,
wenn derselbe früher neu geackert, abgeegget, und durch Regen
die Eide von den Stuft» zur leichtern Erkennung derselben auf
der Oberfläche abgewaschen ist.
Mau geht dann von unten hinauf in einem spitzwinkligen
Zickzack und sucht Erzstufen, Die Linien des Zickzacks müssen aber
so weit links und rechts hinausgegangen werden, bis man keine
Erzstufcu mehr findet. Dort, wo man eine oder auch mehrere
Stufen beisammen findet, wird ein Stäbchen oder Reisig aufge-
steckt, wovon man gleich im Anfange eine Quantität mit sich nimmt.
Hat man nun das fleißige Erzsuchen durch Hin- und Herge-
hen aufwärts so lange fortgesetzt, bis man weiter hinauf keine
Erzstufen mehr findet, und bat man auch wenigstens an den
meisten Orten, wo man Stufen faud, auch Zeichen aufgesteckt,
so geht man dann zu den obersten Zeichen zurück. Wenn nun von
hieraus die unterhalb stehenden Zeichen übersehen werden, so
wird man finden, daß dieselben nach dem steilsten Vergesabhana
herauf einen Streifen bilden, der oben etwas schmaler als unten
ist, und wenn der Abfall des Bergackers in der Stunde sich nicht
verändert, auch eine gerade Linie bildet.
Dort, wo die obersten Erzstufcn gefunden worden, wird der
Streifen in der Breite halbirt, und dort nun zwei Arbeiter an-
gestellt. Ist der Nergabhang steil, so kann der Einban ebensöhlig,
im Gegentheile seiger begonnen werden. Noch ehe man mit der
Arbeit bis an die Gänze niederkommt, trifft man schon gewöhn-
lich häufigere Erzstufen.
Sollte sich indessen der Fall ereignen, daß man mit einem
bei vier Schuh weiten Cinban bis an die Gänze keine Stufen
getroffen, und hat man, dessen ganz gewiß zn seyn, auch so-
gar Theile nicht großer als eine Linse, ohne selbe zu untersuchen,
bei der Arbeit nicht Yassiren lassen, so dürfte man nur links und
rechts ungefähr Eine Klafter mit der Rösche aus einander fahren,
und der Erzstreifen, welcher sich von hier aus schon unter der
Dllmmerde bis zum Ausbisse aufwärts fortzieht, müßte gewiß
Die steiermärkisch-ständische montanistische Lehranstalt Vordernberg - Ein Jahrbuch für den innerösterreichischen Berg- und Hüttenmann
Ihr inneres Streben und Wirken und die derselben zugewandten Unterstütung von außen
- Title
- Die steiermärkisch-ständische montanistische Lehranstalt Vordernberg - Ein Jahrbuch für den innerösterreichischen Berg- und Hüttenmann
- Subtitle
- Ihr inneres Streben und Wirken und die derselben zugewandten Unterstütung von außen
- Author
- Professor Tunner
- Publisher
- Andreas Leykam'schen Erben
- Location
- Vordernberg
- Date
- 1841
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 18.75 x 29.69 cm
- Pages
- 280
- Keywords
- Bergbau, Bergwerk
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen
- Universitäten und Institutionen Institutionen