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Graf (2010) können in diesem Kontext Konzepte der Differenzierung zu einer
bewussteren Auseinandersetzung mit der Heterogenitätsthematik beitragen
und eine flexible und differenzverträgliche Gestaltung des Unterrichts anregen.
In Anlehnung an die zehn Merkmale guten Unterrichts (Meyer 2016) sowie
den Index für Inklusion (Booth/Ainscow 2017) sollen Kriterien des guten in-
klusiven Unterrichts identifiziert werden.
Dementsprechend wurden dem Projekt folgende Forschungsfragen zugrunde
gelegt:
- Welche Qualitätskriterien müssen in Bezug auf den Umgang mit Diversi-
tät und Heterogenität im Klassenzimmer besonders berücksichtigt wer-
den?
- Welche inklusiven Unterrichtsmethoden und -strategien tragen im schuli-
schen Setting zu einer chancengerechten Bildung bei?
- Welche dieser Ergebnisse sollten in die LehrerInnenausbildung integriert
sowie der Schule zur Verfügung gestellt werden?
Als Forschungsfeld dient, wie bereits erwähnt, eine Inklusionsklasse einer
Neuen Mittelschule in Kärnten. In dieser wird den 22 SchülerInnen unter Be-
rücksichtigung ihrer kulturellen, religiösen, sprach-, begabungs- und behinde-
rungsbezogenen Diversitätsmerkmale ein gemeinsamer Unterricht ermöglicht.
Dafür stehen PädagogInnen mit unterschiedlichen Ausbildungen zur Verfü-
gung – der Unterricht wird nicht nur von der jeweiligen Fachlehrperson, son-
dern gemeinsam im Team mit einer Inklusionspädagogin und einer Gebärden-
dolmetscherin geplant und gestaltet.
Die methodische Vorgehensweise, basierend auf der Grounded Theory, ist
durch ein multiperspektivisches Projektdesign gekennzeichnet. Dabei handelt
es sich um ein Verfahren, das aus „einer ggf. mehrfach zu durchlaufenden,
analytischen Triade“ (Hülst 2013: 285) besteht, nämlich der Analyse vorhan-
dener Daten, der erneuten Erhebung und anschließenden Theorieentwicklung.
Zum Zeitpunkt des Verfassens befindet sich das Projekt in der ersten Phase der
Datenerhebung und -auswertung, wobei sowohl auf qualitative als auch quan-
titative Forschungsmethoden zurückgegriffen wird. Es wurden Leitfadeninter-
views mit den einzelnen Lehrkräften der Klasse durchgeführt und parallel dazu
SchülerInnengruppen zu denselben Aspekten befragt. Die Auswertung der
qualitativen Daten erfolgte computergestützt mit der Software MAXQDA und
diente als Basis für die Erstellung einer quantitativen schriftlichen Befragung
der Erziehungsberechtigten. Dabei sollen die Wahrnehmungen der Erzie-
hungsberechtigten zu ausgewählten Themenbereichen erhoben und mit SPSS
ausgewertet werden. An dieser Stelle ist noch erwähnenswert, dass es sich um
einen (teil-)partizipativen Ansatz handelt, d.h. in den Forschungsprozess wer-
den zwei PädagogInnen der genannten Inklusionsklasse miteinbezogen.
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book Lernprozesse über die Lebensspanne - Bildung erforschen, gestalten und nachhaltig fördern"
Lernprozesse über die Lebensspanne
Bildung erforschen, gestalten und nachhaltig fördern
Veröffentlicht mit Unterstützung der Fakultät für Kulturwissenschaften der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
- Title
- Lernprozesse über die Lebensspanne
- Subtitle
- Bildung erforschen, gestalten und nachhaltig fördern
- Authors
- Monika Kastner
- Jasmin Donlic
- Barbara Hanfstingl
- Editor
- Elisabeth Jaksche-Hoffman
- Date
- 2019
- Language
- German
- License
- CC BY-SA 4.0
- ISBN
- 978-3-8474-1467-4
- Size
- 14.7 x 21.0 cm
- Pages
- 190
- Category
- Lehrbücher