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Methodische Vorgehensweise
In der ersten qualitativen Phase der Studie werden semi-strukturierte Exper-
teninterviews (n = 9) mit ehrenamtlichen (erwachsenen) Jugendreferenten und
-referentinnen bzw. beruflichen Mitarbeitenden der Jugendservicestellen des
Österreichischen Roten Kreuzes durchgeführt. Ziel dieser qualitativen Befra-
gung ist es, einen umfassenden Einblick in die Jugendarbeit des Österreichi-
schen Roten Kreuzes zu erhalten, und damit einhergehend weitere Kategorien
und Variablen für die darauf aufbauende quantitative Befragung der jungen
Freiwilligen zu generieren. Ferner soll getestet werden, inwiefern etablierte
Skalen, wie der Volunteer Functions Inventory zur Messung der Motivation
der jungen Freiwilligen, im deutschsprachigen Kontext anwendbar sind.
Darüber hinaus werden die Eltern der jungen Freiwilligen mit einem On-
line-Fragebogen befragt. In diesem werden sozioökonomische Merkmale, das
freiwillige Engagement der Eltern, ihre zugrundeliegenden Motive und die Zu-
friedenheit mit der Organisation beleuchtet.
Im Zuge einer österreichweiten Veranstaltung werden junge Freiwillige
des Österreichischen Roten Kreuzes (n = ~ 850 Jugendgruppenmitglieder im
Alter zwischen 6 und 18 Jahren) mit Hilfe eines Online-Fragebogens befragt.
Der Fragebogen umfasst Aspekte des „Wer“, wie beispielsweise soziodemo-
graphische Variablen wie Geschlecht, Alter, Bildung, familiärer Hintergrund,
Größe des Wohnortes; des „Warum“, wie Fragen zu den Gründen für den Ein-
tritt in die Organisation, möglichen Einflussfaktoren, wie dem Einfluss frei-
williger Aktivitäten von Eltern, Geschwistern oder der Peer-Group, sowie die
Untersuchung der zugrundeliegenden Motive für freiwilliges Engagement;
und „Wie“, das heißt Fragen zu bisherigen Erfahrungen, der aufgewendeten
Zeit sowie zum freiwilligen Engagement in anderen Nonprofit Organisationen.
Der Online-Fragebogen wird durch eine Fokusgruppe mit den jungen Freiwil-
ligen ergänzt, um die quantitativen und qualitativen Ergebnisse zusammenzu-
führen.
Die Studie soll bisherige wissenschaftliche Erkenntnisse aus anderen Kon-
texten kritisch betrachten und daraus entwickelte Hypothesen überprüfen.
Dazu zählt beispielsweise im Bereich „Wer sind die jungen Freiwilligen“, die
Hypothese, dass die dominat status theory, die besagt, dass es einen positiven
Zusammenhang zwischen Freiwilligkeit und einem höheren sozioökonomi-
schen Status und dem Bildungsniveau gibt (Palisi/Palisi 1984; Sundeen 1992),
in den Jugendgruppen des Österreichischen Roten Kreuzes weniger stark zu-
trifft, als in vergleichbaren Studien zu jungen Freiwilligen; sowie im Bereich
„Warum sind junge Menschen freiwillig tätig“ die Hypothese, dass die Items
des Volunteer Functions Inventory, welcher sechs Motivationsfunktionen von
Freiwilligenarbeit – Erfahrung, Karriere, Schutz, Selbstwert, soziale Anpas-
sung und Werte – misst (Clary/Snyder/Ridge 1992; Clary et al. 1998), in dem
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book Lernprozesse über die Lebensspanne - Bildung erforschen, gestalten und nachhaltig fördern"
Lernprozesse über die Lebensspanne
Bildung erforschen, gestalten und nachhaltig fördern
Veröffentlicht mit Unterstützung der Fakultät für Kulturwissenschaften der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
- Title
- Lernprozesse über die Lebensspanne
- Subtitle
- Bildung erforschen, gestalten und nachhaltig fördern
- Authors
- Monika Kastner
- Jasmin Donlic
- Barbara Hanfstingl
- Editor
- Elisabeth Jaksche-Hoffman
- Date
- 2019
- Language
- German
- License
- CC BY-SA 4.0
- ISBN
- 978-3-8474-1467-4
- Size
- 14.7 x 21.0 cm
- Pages
- 190
- Category
- Lehrbücher