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LIMINA - Grazer theologische Perspektiven
Limina - Grazer theologische Perspektiven, Volume 2:2
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Page - 190 - in Limina - Grazer theologische Perspektiven, Volume 2:2

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191 | www.limina-graz.eu Monica Martinelli | Die Freiheit der Freien im technisch-ökonomischen Zeitalter züglich der Anforderungen des Systems nicht als performativ und wettbe- werbsfähig gelten. Andererseits macht sich die Vorstellung eines in all sei- nen Eigenschaften erweiterten bzw. ,augmentierten‘ Menschen breit, eines Menschen, der so verlässlich wird wie eine Maschine. Aus der heteroge- nen Community der Transhumanisten geht das Vorhaben eines technisch potenzierten Menschen hervor, dessen Umsetzung durch die Kombinati- on dreier Faktoren legitimiert wird: der verfügbaren technischen Mittel, eines Marktes, auf dem spezialisierte, auf neuartige Verbraucherinnen und Verbraucher ausgerichtete Unternehmen agieren, sowie einer weitgehend vollständigen individuellen Handlungsfreiheit. Die Macht der Technik neigt dazu, Hilflosigkeit, Unangemessenheit und Unvollkommenheit zu beseitigen, indem Macht vergrößert wird, und die Wirksamkeit einer solchen Antwort ist nicht zu unterschätzen (insbeson- dere wenn sie sich um wirksame Lösungen für Probleme bemüht wie Un- gerechtigkeit, Armut, Krankheit usw.). Das Problem offenbart sich dort, wo der Vorstellungsraum einer Freiheit nicht hinterfragt wird, die als reine Vermehrung unserer Möglichkeiten aufgefasst wird, so weit als möglich zu kommen und Grenzen aufzuheben. Diese Tendenz impliziert immer, dass jemand im Namen der Freiheit anderer Menschen geopfert werden muss, wobei allerdings die Gefahr einer Schwächung der Freiheit als soziales Pro- jekt in Kauf genommen wird. Es handelt sich, wie uns aus der Geschichte wohl bekannt sein dürfte, um einen Weg ohne Wiederkehr. Die Akzeptanz der Aufhebung einer Grenze bringt die Aufhebung der konkreten Realität mit sich, die der Ort ist, an dem das Spiel der Freiheit Gestalt annimmt; und es nimmt darin Gestalt an, indem es das wieder zusammenbringt, was innerhalb des Fragmentierungsprozesses getrennt wurde: das Individuum mit dem Anderen/den Anderen; das Endliche mit dem Unendlichen; die Ge- genwart mit der Zukunft; die Zweckmäßigkeit mit dem Sinn. Ein notwendiger Kurswechsel Der erste Schritt zum Wandel erfordert die Einsicht, dass beim technisch- nihilistischen Kapitalismusmodell ein Großteil der Wirklichkeit schlicht- weg ausgeschlossen wird. Und, wie dies für jede andere Krise gilt, kann Die Macht der Technik neigt dazu, Hilflosigkeit und Unvollkommenheit zu beseitigen, indem Macht vergrößert wird.
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Limina Grazer theologische Perspektiven, Volume 2:2
Title
Limina
Subtitle
Grazer theologische Perspektiven
Volume
2:2
Editor
Karl Franzens University Graz
Date
2019
Language
German
License
CC BY-NC 4.0
Size
21.4 x 30.1 cm
Pages
267
Categories
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