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LIMINA - Grazer theologische Perspektiven
Limina - Grazer theologische Perspektiven, Volume 2:2
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205 | www.limina-graz.eu Monica Martinelli | Die Freiheit der Freien im technisch-ökonomischen Zeitalter Ereignisse unterstellt ist, und ebenso wenig einem unbestimm ten Vitalismus, der jede Bedeutung gleichwertig macht, sondern viel- mehr als jemand, der seiner/ihrer Existenz in Bezug auf etwas ande- res als sich selbst eine Richtung geben kann. Das Element der Neuheit, das durch die generative Freiheit in die Welt gelangt, umfasst die folgenden Bereiche: die expressive, sym- bolische und relationale Sphäre sowie die Bedeutungen und die so- zialen Praktiken, die das soziale Leben ausmachen. In diesem Zusammenhang ist es nicht unerheblich, dass die Zeichen des Aufkommens neuer Empfindsamkeiten sozialer, ökologischer und kultureller Art, die von einigen Bürgerprotestwellen hervor- gebracht wurden, die mit Blick auf die öffentlichen Güter entstan- den sind – angefangen bei der Ernüchterung gegenüber dem liber- tarisch-liberalistischen Mythos –, von einem neuen Geist beseelt sind, der kaum dazu bereit ist, die eben genannten Bereiche hin- sichtlich der Zukunft für äußerst unerheblich zu erachten.11 Die Erneuerung bildet hier einen Beitrag in Richtung einer pluralen Gesellschaft, sodass sich das Menschliche als ein Teil dieser Bewe- gung erkennen kann. 2. Sich kümmern Auf das Angehen von etwas Neuen folgt der Übergang, sich um das zu kümmern, was begonnen wurde, damit es in der Zeit fortdauern kann. In dieser Bewegung erfährt die Freiheit, dass ihr eigenes relationa- les Wesen nicht zu Ende geht; und Simmel formuliert hierzu: „Die Freiheit führt nicht nur bis zur Schwelle der That“ (GSG 4, 222). Sie fährt in der getroffenen Entscheidung fort: In seinem Handeln hat sich das Subjekt zu entscheiden, ob und wie es mit dem in Dialog treten möchte, was es ins Leben ruft und dem es begegnet. Es könnte sich z. B. auf das Selbstbild konzentrieren, das sich in seinem Tun widerspiegelt, oder sich dazu entscheiden, das Erschaffene zu be- herrschen – oder es sich seinerseits frei entwickeln zu lassen. Das Subjekt investiert in dieser Phase Ressourcen, es sucht immer neue Wege und Lösungen für die sich bietenden Probleme, es erfin- 11 Man denke hier z.  B. an die sozio-ökonomischen Formen der Co-economy (Lampugnani 2018). In der Forschungsliteratur ist eine einschlägige Untersuchung nach wie vor diejenige von Porter und Kramer (2011), die den Begriff des ,shared value‘ geprägt haben. Das Subjekt muss sich entscheiden, wie es mit dem in Dialog treten möchte, was es ins Leben ruft.
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Limina Grazer theologische Perspektiven, Volume 2:2
Title
Limina
Subtitle
Grazer theologische Perspektiven
Volume
2:2
Editor
Karl Franzens University Graz
Date
2019
Language
German
License
CC BY-NC 4.0
Size
21.4 x 30.1 cm
Pages
267
Categories
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