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LIMINA - Grazer theologische Perspektiven
Limina - Grazer theologische Perspektiven, Volume 2:2
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207 | www.limina-graz.eu Monica Martinelli | Die Freiheit der Freien im technisch-ökonomischen Zeitalter des Austauschs mit Anderen und mit dem Umfeld ermöglichen. Auf diese Weise erkennt das Subjekt, dass die Verwirklichung seiner Initiative – und ebenso auch die Möglichkeit mit der Zeit fortzudauern und seine Wirkun- gen auszudehnen – ,mit‘ den Anderen und ,durch‘ die Anderen fruchtbar wird, also nicht ohne die Freiheit der Anderen zu ermöglichen. Die Logik der Freiheit ist ihrem wesentlichen Aufbau nach dynamisch und nicht statisch, sie ist relational und nicht individualistisch. In gewisser Weise vollendet sie sich dann, wenn sie zu einem sozialen Projekt wird: sie vollendet sich im Beisein der Freiheit der Anderen. Eben deshalb impliziert die Freiheit, wie Hannah Arendt (2018) betont hat, fortwährend auch einen Prozess der Befreiung, der jenen gegenüber ausgeübt werden muss, die in- nerhalb der Gesellschaft, über die verschiedenen Epochen hinweg, weiter- hin keine Freiheit genießen. Auch Isaiah Berlin (2002) hebt den positiven Aspekt der sogenannten ne- gativen Freiheit hervor, also der Freiheit ,von‘, die eben als Befreiung aus Einmischungen aufgefasst wird, die der Entfaltung der positiven Frei- heit im Wege stehen. Die Arbeit der Befreiung (jenen gegenüber, die ihre Grundrechte missachtet sehen, die durch materielle Hindernisse bedrückt sind, die Opfer von Übergriffen werden, die an einem Beziehungsmangel leiden, usw.) ist niemals abgeschlossen und wird nur zu leicht behindert, weshalb es so wichtig ist, sie zu unterstützen, zumal in einer Gesellschaft, die ständig menschliche ‚Abfälle‘ produziert, wie dies heutzutage der Fall ist. Es geht dabei um einen Kampf, der verschiedene Ebenen des sozialen Lebens betrifft: die institutionelle, die ökonomische und soziale, die kultu- relle und schließlich auch die intersubjektive Ebene. Abschließend möchte ich festhalten, dass die generative Freiheit ein dyna- mischer und offener Prozess ist, der allen drei genannten Übergängen vor- ausgeht und alle beteiligten Seiten relational beansprucht. Er neigt also dazu, Beziehungen und dynamische soziale Formen zu erschaffen, die wandlungsoffen, nachhaltig, plural und generationsübergreifend sind. Freiheit ist dynamisch und nicht statisch, sie ist relational und nicht individualistisch. Die Arbeit der Befreiung ist niemals abgeschlossen.
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Limina Grazer theologische Perspektiven, Volume 2:2
Title
Limina
Subtitle
Grazer theologische Perspektiven
Volume
2:2
Editor
Karl Franzens University Graz
Date
2019
Language
German
License
CC BY-NC 4.0
Size
21.4 x 30.1 cm
Pages
267
Categories
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