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Elisabeth Zissler | Digitale Kränkung?
ResĂĽmee und Ausblick
In der Auseinandersetzung mit den sogenannten Kränkungen der Mensch-
heit lässt sich kontinuierlich zeigen, dass die Menschen es stets verstanden
haben, diese auch zu entschärfen. Immer wieder wurden Wege gefunden,
die zerstörte Mittelpunktvorstellung in einem neuen Kontext wiederher-
zustellen. In Hinblick auf die digitale Kränkung konnten im Rahmen des
vorliegenden Beitrags Anhaltspunkte dafür gefunden werden, diese Krän-
kung als „chancenreiche Krise“ zu interpretieren und zu einer Neuent-
deckung der conditio humana im digitalen Zeitalter anzuregen.
Vor dem Hintergrund der gewonnenen Erkenntnisse wurde zudem deutlich,
dass weder Dystopien noch Heilsversprechen in Hinblick auf die Bewertung
des digitalen Zeitalters und seiner Bedeutung fĂĽr die conditio humana wei-
terhelfen. Im Endeffekt geht es darum, eine „fruchtbare Kooperation zwi-
schen Mensch und Maschine“ (Spiekermann 2019, 215) aufzubauen sowie
die Potenziale von KĂĽnstlicher Intelligenz und damit verbundener Techno-
logien zu verstehen, mitzugestalten und sinnvoll einzusetzen. Neben der
Entwicklung von Digitalkompetenz sind weiterhin analoge Kompetenzen
(wie etwa soziale Kompetenz) und deren Kultivierung gefragt, da die Her-
ausforderungen im 21. Jahrhundert nicht allein durch Digitalisierung zu
bewältigen sind (vgl. Seubert 2019). Aufgrund der Überlappung zwischen
analoger und digitaler Welt bleibt das Individuum herausgefordert, seine
Kompetenzen in beiden Bereichen auszubilden.
Limina
Grazer theologische Perspektiven, Volume 3:2
- Title
- Limina
- Subtitle
- Grazer theologische Perspektiven
- Volume
- 3:2
- Editor
- Karl Franzens University Graz
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 4.0
- Size
- 21.4 x 30.1 cm
- Pages
- 270
- Categories
- Zeitschriften LIMINA - Grazer theologische Perspektiven