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LIMINA - Grazer theologische Perspektiven
Limina - Grazer theologische Perspektiven, Volume 3:2
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221 | www.limina-graz.eu Eugen Dolezal und Moritz Windegger | KI – Künstler oder Werkzeug? vorliegenden Produkt der Künstlichen Intelligenz aus dem Jahr 2020 be- stimmt werden. Dabei greifen wir zunächst auf Walter Benjamins Analysen über das Kunstwerk und dessen technische Reproduktion zurück. Das Original und dessen technische Reproduktion In seinem Werk Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzier- barkeit beschäftigt sich Walter Benjamin mit dem Umstand, dass Kunst- werke im Zuge der technischen Entwicklung nicht mehr nur manuell repro- duziert werden, sondern dass sich durch die technische Massen-(re-)pro- duktion auch am ursprünglichen Kunstwerk selbst etwas verändert. „Die Reproduktionstechnik […] löst das Reproduzierte aus dem Bereich der Tradition ab. Indem sie die Reproduktion vervielfältigt, setzt sie an der Stelle eines einmaligen Vorkommens sein massenweises.“ (Benja- min 2015, 16) Durch die massenhafte Verfügbarkeit des Reproduzierten verändert sich der Bezug zum Original. Das Original bleibt dabei aufgrund seiner Echt- heit, die sich nicht nur in dessen physischer Zusammensetzung abbildet, sondern sich in besonderer Weise aus dessen Tradition generiert, vom Re- produzierten verschieden. Bei jeder noch so großen Kunstfertigkeit ent- zieht sich die Echtheit der Reproduzierbarkeit grundsätzlich. Die Echtheit ist nicht reproduzierbar (Benjamin 2015, 14). Dabei mindert die manuelle Reproduktion in der Regel nicht das Echte eines Kunstwerks, da diese Re- produktion beispielsweise als Fälschung eingeordnet wird, das Original in der Gegenüberstellung aber seine Autorität vollumfänglich bewahrt. Dass dies bei der technischen Reproduktion nicht so ist, hat zwei Gründe: ̟ Erstens kommt der technischen Reproduktion eine ihr eigene Selbstständigkeit zu, welche die manuelle nicht leisten kann. So ist es in der Photographie möglich, über die richtige Einstellung der Linsen Blickpunkte zum Vorschein zu bringen, die dem menschli- chen Auge nicht zugänglich sind, ebenso wird es über das Mittel der Zeitlupe möglich, Bilder zu erzeugen, die aufgrund der optischen Begrenzungen des Menschen auf natürliche Weise nicht zustande- kommen könnten. Echtheit ist nicht reproduzierbar.
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Limina Grazer theologische Perspektiven, Volume 3:2
Title
Limina
Subtitle
Grazer theologische Perspektiven
Volume
3:2
Editor
Karl Franzens University Graz
Date
2020
Language
German
License
CC BY-NC 4.0
Size
21.4 x 30.1 cm
Pages
270
Categories
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