Page - 228 - in Limina - Grazer theologische Perspektiven, Volume 3:2
Image of the Page - 228 -
Text of the Page - 228 -
228 | www.limina-graz.eu
Eugen Dolezal und Moritz Windegger | KI – Künstler oder Werkzeug?
des Menschen. Jedoch bleiben hybride Kunstformen und -werke ein span-
nendes neues Feld kreativer und künstlerischer Agitation.
Was macht eine komplexere KI besser?
Es gilt zu erwähnen, dass Künstliche Intelligenzen nicht mehr auf die rein
algorithmische Verarbeitung von Daten beschränkt sind, sondern über das
sogenannte Deep Learning befähigt sind, selbst Daten zu generieren. Was
bei dem Beethoven-Projekt schon angedeutet ist, soll im Folgenden ver-
deutlicht werden. Dabei soll ein äußerst grober Einblick in die Funktions-
weise neuronaler Netzwerke, die die Grundlage von KI bilden, gegeben
werden.
Moderne Beispiele für Künstliche Intelligenz bestehen aus so genannten
Künstlichen Neuronalen Netzwerken (KNN), die in mehreren Schichten
operieren. Dabei variiert die Stärke der Verbindungen zwischen den ein-
zelnen Knotenpunkten/Neuronen (vgl. Eberl 2020, 26–27). Die Stärke der
Aktivierung eines solchen Neurons und die Intensität der Verbindung zwi-
schen zwei Neuronen ist durch Zahlen repräsentierbar (vgl. Kipper 2020,
15). Dies ist besonders signifikant, da die Variation der Verbindungsstär-
ke letztendlich relevant für das Ergebnis ist. Stellt man sich die Knoten-
punkte in einer Art Raster vor, so sind die Neuronen der ersten Schicht,
also der äußerst linken Schicht, die Inputneuronen, jene der letzten, also
der äußerst rechten Schicht die Outputneuronen. Nur die äußerst lin-
ke Neuronenreihe kann durch Eingaben angeregt werden und gibt diese,
den unterschiedlichen Verbindungsstärken folgend, an die angrenzenden
Neuronen in unterschiedlicher Intensität oder auch gar nicht weiter. Die
nun angeregte Neuronenreihe tut selbiges und so fort. So entwickelt sich
ein Aktivierungsmuster innerhalb des Netzwerkes von links nach rechts bis
zum Outputneuron (vgl. Kipper 2020, 15–16). Dieses Netzwerk ist tief, da es
mehrere Schichten hat, von denen einige weder direkt Input erhalten noch
Output geben, und es ist im beschriebenen Fall vorwärtsgekoppelt, da der
Informationsfluss nur in eine Richtung verläuft. Es handelt sich also um
ein tiefes vorwärtsgekoppeltes KNN (vgl. Kipper 2020, 16).
Moderne Beispiele für Künstliche Intelligenz bestehen
aus Künstlichen Neuronalen Netzwerken.
Limina
Grazer theologische Perspektiven, Volume 3:2
- Title
- Limina
- Subtitle
- Grazer theologische Perspektiven
- Volume
- 3:2
- Editor
- Karl Franzens University Graz
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 4.0
- Size
- 21.4 x 30.1 cm
- Pages
- 270
- Categories
- Zeitschriften LIMINA - Grazer theologische Perspektiven