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LIMINA - Grazer theologische Perspektiven
Limina - Grazer theologische Perspektiven, Volume 3:2
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Page - 231 - in Limina - Grazer theologische Perspektiven, Volume 3:2

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231 | www.limina-graz.eu Eugen Dolezal und Moritz Windegger | KI – Künstler oder Werkzeug? die Einordnung ihrer Tätigkeit verwehrt. Dabei ist hier beim Menschen noch nicht Schluss. Der Mensch ist in der Lage, sich über die Frage „Wofür mache ich das?“ einen Sinn zu erschließen, der bloße Kausalitäten über- steigt; mehr noch, es ist ihm sogar möglich, seinen Handlungen einen Sinn zu geben. Trotz oder gerade wegen dieser Diskrepanzen stellt sich umso mehr die Frage, inwieweit solche Maschinen nun letztendlich auch die Befähigung erlangen, nicht nur eingeschränkt kreativ zu sein, sondern Kunst zu schaf- fen. Der Maschine fehlen für die Kunst notwendige Eigenschaften Es wurde ersichtlich, dass die Maschine schon aufgrund der Art und Weise ihrer Konstruktion nicht in der Lage sein kann, gewisse menschliche Voll- züge zu kopieren. Der Maschine wird stets eine Erfahrungsdimension feh- len, die den Menschen in jeder kreativen Tätigkeit ausmacht und voran- schreiten lässt. Die Maschine hingegen arbeitet lediglich Rechenmöglich- keiten ab. Was ist es also, das den Menschen in diesem Fall die Maschine übersteigen lässt? Das, was der Mensch im Sinne Benjamins in der Kunst konkretisiert, also seine Wahrnehmung, ist eine andere Erfahrung, als sie die Maschine machen könnte. Diese Konkretisierung des Menschen in einem „Etwas“ macht die Kunst und im Speziellen das Kunstwerk aus. Bei der Maschine sind die möglichen Erfahrungen nicht mehr als geschei- terte oder geglückte Anwendungsfälle der rechnerischen Operation, aus denen dann der günstigste Fall, oder der wahrscheinlichste, errechnet wird. Unzweifelhaft ist der Mensch selbst auch begrenzt. Beispielsweise sind ihm durch seine eigene Endlichkeit natürliche Grenzen gesetzt. Das Besonde- re des Menschen ist aber, dass er gerade aufgrund dieser Grenzen zu Er- fahrungen befähigt ist, die seine Begrenztheit übersteigen (vgl. Sirovátka 2012, 7). Das liegt unter anderem daran, dass ihm seine Erfahrungen nicht nur als mechanische Eindrücke, die verarbeitet werden müssen, zukom- men, sondern dass ihm seine Sinneseindrücke als Subjekt widerfahren. Die Maschine hingegen kann, im Rahmen der ihr gegebenen Gesetzmäßigkei- ten, gar nicht scheitern. Der Mensch macht Erfahrungen, die ihn in seinem Der Mensch macht Erfahrungen, die ihn in seinem ganzen Seinsvollzug beeinflussen und berühren.
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Limina Grazer theologische Perspektiven, Volume 3:2
Title
Limina
Subtitle
Grazer theologische Perspektiven
Volume
3:2
Editor
Karl Franzens University Graz
Date
2020
Language
German
License
CC BY-NC 4.0
Size
21.4 x 30.1 cm
Pages
270
Categories
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