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Deportiert nach Mauthausen, Volume 2
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421«Burschen, ihr fahrt in das schlimmste Lager !» | den Strafen durch härtere Sanktionen abgelöst. Wovon Tschechen, Juden und die po- litisch Unzuverlässigen hingegen gleichermaßen betroffen waren, war die Bestrafung ohne Gerichtsverfahren. Im folgenden Abschnitt wende ich mich nun den Wegen zu, die slowakische Häft- linge nach Mauthausen führten  – in der Form, dass ich zunächst die Lage im Allgemei- nen skizziere und in der Folge anhand dreier Fallstudien konkret veranschauliche. Es sind dies die Lebensgeschichten von Otto Wagner, Pavel Branko und Ján Šagát. Die slowakischen Häftlinge von Mauthausen Die genaue Zahl der slowakischen Häftlinge, die insgesamt durch Mauthausen gegangen sind, lässt sich schwer ermitteln. Vlastislav Kroupa zufolge wurden zwischen 1941 und 1945 über 7000 Tschechen und Slowaken in das Lager deportiert.73 Laut den von Viera Zajacová gesichteten Quellen waren im Jahr 1944 1460 und im Folgejahr 769  Tsche- chen und Slowaken in Mauthausen inhaftiert. Wie aus Zajacovás Buch  – das auf den Zeugenaussagen Dutzender ehemaliger Insassen basiert  – jedoch hervorgeht, sind diese Daten «nicht korrekt, weil niedriger als die tatsächlichen Gefangenenzahlen».74 Die ersten Deportationen tschechischer Gefangener nach Mauthausen gehen zu- rück auf das Jahr 1939 ; die höchsten Ausmaße erreichten sie im Anschluss an die «Operation Anthropoid».75 Die Internierung slowakischer Gefangener wiederum er- folgte bekanntlich größtenteils im Anschluss an die militärische Niederwerfung des Slowakischen Nationalaufstands im Oktober 1944 ; einzelne Deportationen vor diesem Zeitpunkt betrafen etwa Wehrdienstverweigerer sowie «mehrere Personen zigeuneri- scher Abstammung, darunter Július Surmaj aus Snina. Obwohl dieser die Internierung überlebte, lassen sich die näheren Umstände seiner Deportation im Jahre 1943 lei- der nicht mehr eruieren, weil er inzwischen verstorben ist.»76 Zudem wurden im Juni 1944 zwischen 100 und 150 aus den an Ungarn abgetretenen Gebieten der Südslowakei stammende Juden aus Auschwitz nach Mauthausen verlegt ;77 slowakische Häftlinge dürften sich auch in dem im Oktober 1944 aus Auschwitz eingetroffenen Transport 73 Vlastislav Kroupa : Koncentrační tábory «Třetí říše» : Dachau, Mauthausen [Konzentrationslager des «Dritten Reichs» : Dachau  – Mauthausen], Praha 1986, S. 44. Zu den tschechischen Häftlingen von Maut- hausen siehe den Beitrag von Peter Hallama in diesem Band. 74 Zajacová, Slováci v Mauthausene, S. 6. 75 Operation Anthropoid war der Deckname des Plans zur Ermordung Reinhard Heydrichs, des Stellvertre- tenden Reichsprotektors von Böhmen und Mähren im Jahr 1942. Zu einer ausführlichen Darstellung die- ser Operation siehe z. B. Mario Dederichs : Heydrich. Das Gesicht des Bösen, München 2005, S. 185–211 ; Callum MacDonald : Heydrich. Anatomie eines Attentats, München 1990 [1989]. 76 Zajacová, Slováci v Mauthausene, S. 21. 77 Ebd. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Deportiert nach Mauthausen Volume 2
Title
Deportiert nach Mauthausen
Volume
2
Authors
Gerhard Botz
Alexander Prenninger
Regina Fritz
Editor
Melanie Dejnega
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2021
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21216-4
Size
16.8 x 23.7 cm
Pages
716
Categories
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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