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Deportiert nach Mauthausen, Volume 2
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Page - 442 - in Deportiert nach Mauthausen, Volume 2

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442 | Regina Fritz Die Mehrheit der Deportierten kam jedoch in das Vernichtungslager Auschwitz- Birkenau, wo über 320.000 Männer, Frauen und Kinder kurz nach der Ankunft in den Gaskammern ermordet wurden. Mehrere Zehntausend ungarische Juden wurden als sogenannte «Depothäftlinge» nicht registriert und innerhalb weniger Tage in andere Lager weitergeschickt. Im Mai und Juni 1944 erreichten auch Mauthausen die ersten Transporte ungarischer Juden aus Auschwitz.34 Es handelte sich dabei um über 7000 ungarische Juden, von denen der Großteil in den Außenlagern von Mauthausen zur Zwangsarbeit eingesetzt wurde. So auch der damals 36-jährige György Zilczer, der drei Tage nach der Ankunft in Auschwitz-Birkenau nach Melk weitertransportiert und zu- nächst im Stollenbau eingesetzt wurde : «Die Arbeit war äußerst anstrengend, sogar jene Männer, die von zu Hause aus harte physi- sche Arbeit gewöhnt waren, hielten  – besonders bei der mageren Ernährungslage  – länger als drei Monate nicht durch. So kam es, dass von den 19  Personen, mit denen ich hier gemeinsam ankam und zur gleichen Zeit zu arbeiten begann, lediglich zwei Personen am Leben blieben. Auch ich entkam nur deswegen, weil ich nach fünf Wochen keine physische Arbeit mehr verrichten musste, ich wurde Blockschreiber.»35 Weitere Transporte folgten im Herbst und Winter 1944, darunter in das Frauenlager Lenzing, wo auch Magdolna Grünfeld Zwangsarbeit leisten musste. Die zweite Deportationswelle : Mauthausen als Ziel von Evakuierungstransporten ungarischer Juden Als aufgrund des entstehenden massiven in- und vor allem ausländischen Drucks Mik- lós Horthy am 9. Juli 1944 schließlich den Stopp der Massendeportationen verfügte, war der Großteil der ungarischen Juden  – bis auf die Budapester Juden und etwa 80.000 jü- dische Männer, die in der ungarischen Armee Arbeitsdienst leisten mussten36  – bereits verschleppt worden.37 Um Konflikte mit der ungarischen Regierung zu vermeiden, ließ auch Heinrich Himmler am 25. August 1944 die Deportationen ungarischer Juden mit sofortiger Wirkung untersagen.38 Unter dem Eindruck des politisch-militärischen Sei- 34 Vgl. Maršálek, Geschichte, S. 147. 35 Protokoll mit György Zilczer vom 17. 11. 1945, DEGOB 3550. 36 Zu den Erfahrungen im Arbeitsdienst siehe u.a. Robert Rozett : Conscripted Slaves. Hungarian Jewish Forced Laborers on the Eastern Front during the Second World War, Jerusalem 2013. 37 Trotz des Deportationsstopps durch Horthy veranlasste Eichmann noch einen letzten Transport nach Auschwitz-Birkenau aus dem Lager Kistarcsa. Sein erster Versuch zur Deportation der hier internierten Juden am 14. Juli scheiterte, am 19. Juli 1944 konnte er jedoch schließlich 1220 Juden nach Auschwitz- Birkenau deportieren lassen, die am 22. Juli im Vernichtungslager ankamen. 38 Telegramm von Edmund Veesenmayer, Budapest, an Joachim von Ribbentrop, vom 25. 8. 1944. Abdruck Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Deportiert nach Mauthausen Volume 2
Title
Deportiert nach Mauthausen
Volume
2
Authors
Gerhard Botz
Alexander Prenninger
Regina Fritz
Editor
Melanie Dejnega
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2021
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21216-4
Size
16.8 x 23.7 cm
Pages
716
Categories
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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