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Deportiert nach Mauthausen, Volume 2
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Page - 514 - in Deportiert nach Mauthausen, Volume 2

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514 | Katarzyna Madoń-Mitzner in den Bezirken Wola und Ochota bis zu den Massendeportationen in die Konzentra- tionslager.7 In der kürzlich erschienenen polnisch-deutschen Publikation «Deutschland, Polen und der Zweite Weltkrieg», die sich an junge Leser richtet, ist in dem Kapitel über den Warschauer Aufstand  – bei der Aufzählung der Verluste  – weiterhin nur von den Todesopfern (Aufständische und Zivilisten) sowie über mehr als zehntausend Aufstän- dische, die in Kriegsgefangenschaft gerieten, die Rede. Kein Wort über Zivilisten, die in Lager deportiert wurden, und über jene, die dort umgekommen sind. Vorher wird erwähnt, dass das Durchgangslager in Pruszków während des Aufstands und nach der Kapitulation mehr als fünfhunderttausend Warschauer durchlaufen haben, man er- klärt aber nicht, was mit ihnen weiter geschah.8 Die Warschauer Deportierten Mehr als ein Viertel aller polnischen Interviewten des MSDP kamen im August/Septem- ber 1944 aus Warschau und im November/Dezember 1944 über Auschwitz nach Maut- hausen. Dies resultiert aus der Tatsache, dass es in dieser Gruppe die meisten Überle- benden gibt und diese am jüngsten sind. In dieser Gruppe gibt es auch Berichte von drei Frauen, die während des Aufstands nach Mauthausen deportiert wurden, in das soge- nannte Zeltlager, von wo sie nach zwei bis drei Wochen in Arbeitslager oder zur Zwangs- arbeit geschickt wurden. Unter den deportierten Frauen gab es sowohl Erwachsene als auch junge Mädchen ; unsere jüngste Gesprächspartnerin war 1944 erst acht Jahre alt ! Diese Warschauer Deportierten  – vor allem Kinder und Jugendliche  – kann man nur bei distanzierter Betrachtung als eine einheitliche Gruppe ansehen. Bei näherer Betrachtung ihrer Biografie werden wesentliche Unterschiede sichtbar : Herkunft, Um- feld, in dem sie heranwuchsen, Erziehung, sozialer und materieller Status sowie po- litische Tradition und Orientierung ihrer Familie. Sogar die scheinbar gemeinsame Heimatstadt schuf zwischen ihnen nicht wirklich eine Homogenität. Ihr Leben verlief unterschiedlich, je nachdem, ob sie am linken oder am rechten Weichselufer, in einem «guten» oder einem «schlechten» Stadtteil wohnten. Ich möchte mich auf einige Zeitzeugen aus dieser Warschauer Gruppe konzentrie- ren. Dadurch werden die biografischen Ähnlichkeiten und Unterschiede in dieser pol- nischen Häftlingsgruppe sowie ihre Wege nach Mauthausen deutlicher. Dazu bringe Kriegsverwaltung, Wirtschaft und personelle Ressourcen 1942–1944/45, München 1999, S. 1–272, hier bes. 266 f. 7 Joanna K. M. Hanson : The Civilian Population and the Warsaw Uprising of 1944, Cambridge/New York 2004 [1982], S. 87–92. 8 Jerzy Kochanowski/Beate Kosmala (Hg.) : Deutschland, Polen und der Zweite Weltkrieg, Geschichte und Erinnerung, Potsdam/Warschau 2009 [poln. Ausg. u. d. T. Polska  – Niemcy. Wojna i pamięć, Warszawa/ Poczdam 2009]. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Deportiert nach Mauthausen Volume 2
Title
Deportiert nach Mauthausen
Volume
2
Authors
Gerhard Botz
Alexander Prenninger
Regina Fritz
Editor
Melanie Dejnega
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2021
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21216-4
Size
16.8 x 23.7 cm
Pages
716
Categories
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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