Page - 535 - in Deportiert nach Mauthausen, Volume 2
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535Die
Warschauer Deportierten von 1944 |
«Auf jeden Fall wiederum einige Tage, bis wir ein[en] Abfahrtsbefehl bekamen. Und es gab
eine strenge Selektion. Nach rechts, nach rechts, nach links. Na ja, und da ist es eben passiert /
meine Mutter und ich hielten einander krampfhaft fest, damit wir beide in eine Richtung
gewiesen werden. Wir bekamen jede eine Brothälfte, wieder von diesem schwarzen Brot, und
wir wurden in Waggons, in solche Güterwaggons hineingepfercht […]. Ich weiß nicht, wie
viele Personen dort waren, auf jeden Fall entsetzlich viele Menschen in diesem Waggon. Die
Waggons wurden geschlossen, der Zug fuhr los. […] Er hielt an und fuhr weiter und keiner
wusste, wohin, wozu, und wann ist endlich Schluss.»46
An einer späteren Stelle des Interviews fügt sie dieser Schilderung hinzu :
«Die Menschen waren so geschockt, dass sie eigentlich nicht viel miteinander redeten. Sie
beteten. Nun ja, sie wechselten so kurze Sätze. Aber führten keine Diskussionen zu diesem
oder jenem Thema. Es war ganz einfach stinkend, hungrig, entsetzlich und man wusste nicht,
was weiter.»47
46 Ebd.
47 Ebd.
Abb. 1: Das für Propagandazwecke gemachte Foto zeigt flüchtende oder verhaftete Zivilisten, die
unter Bewachung deutscher Soldaten aus der Stadt geführt werden, August 1944 (© Bundesarchiv,
Bild 101I-695-0423-12)
Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Deportiert nach Mauthausen
Volume 2
- Title
- Deportiert nach Mauthausen
- Volume
- 2
- Authors
- Gerhard Botz
- Alexander Prenninger
- Regina Fritz
- Editor
- Melanie Dejnega
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-21216-4
- Size
- 16.8 x 23.7 cm
- Pages
- 716
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen