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Historische Aufzeichnungen
Deportiert nach Mauthausen, Volume 2
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Page - 542 - in Deportiert nach Mauthausen, Volume 2

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542 | Alexander Prenninger Beiträgen in diesem Band schon thematisiert worden, wie etwa die Warschauer Trans- porte, die Todesmärsche der ungarisch-jüdischen Zwangsarbeiter von den Südostwall- Lagern oder die Transporte von weiblichen Häftlingen im April 1945. Die schon auf- geworfenen Themen sollen hier zusammenschauend unter zwei Aspekten untersucht werden : Gefragt wird einerseits, welchen Zwecken solche Evakuierungstransporte dienten, und andererseits, welche Erfahrungen die Überlebenden damit verbinden. Die Endphase des KZ-Systems Die sogenannte «Endphase» des nationalsozialistischen Lagersystems wird in der Lite- ratur vorwiegend als Schrumpfungsprozess dargestellt. Der KZ-Komplex Mauthausen erfuhr allerdings erst in dieser Zeit seine größte Ausdehnung. Allein im Jahr 1944 wurden zwanzig neue Außenlager eröffnet und 1945 kamen noch fünf weitere hinzu. Erst im März/April 1945 erteilte Himmler den Evakuierungsbefehl für die östlich und südöstlich gelegenen Außenlager. Zum Zeitpunkt der Befreiung befanden sich in den verbliebenen Lagern im Reichs- gau Oberdonau nach Schätzungen über 80.000 Männer und etwa 5000 Frauen, die zum Großteil erst in dieser Endphase des KZ-Systems vom Frühjahr 1944 bis Anfang Mai 1945 mit Evakuierungstransporten nach Mauthausen gekommen waren.4 Etwa die Hälfte aller Toten des KZ Mauthausen kam in dieser letzten Phase um. Sie star- ben an den unmenschlichen Bedingungen der Transporte und der Zwangsarbeit in den Außenlagern, der ungenügenden Verpflegung und den katastrophalen sanitären Zuständen in den Lagern sowie weiterhin an systematischen Mordaktionen der SS. Mauthausen war der letzte große Lagerkomplex, der von den Alliierten befreit wurde. Neben Bergen-Belsen war Mauthausen auch das einzige Stammlager, das selbst nicht evakuiert wurde. Die Auflösung der ersten Konzentrationslager hatte bereits im Februar 1944 im Bal- tikum begonnen, als die Rote Armee nach Estland vorrückte und die Häftlinge der ierungstransporte in der Endphase des KZ-Komplexes Mauthausen, phil. Diss. Univ. Wien 2017. Eine Publikation ist in Vorbereitung. 4 Nach der letzten Zählung der registrierten Häftlinge am 4. Mai 1945 befanden sich 64.800 Männer und 1734 Frauen im Konzentrationslager Mauthausen. In Gunskirchen wird die Zahl der befreiten  – nicht re- gistrierten  – Häftlinge auf ca. 15.000 geschätzt. Auch in den anderen Außenlagern befanden sich mehrere Tausend nicht registrierte Häftlinge. Vgl. Hans Maršálek, Die Geschichte des Konzentrationslagers Maut- hausen. Eine Dokumentation, Wien 42006 [1974], S. 157 ; Florian Freund/Bertrand Perz, Mauthausen  – Stammlager, in : Wolfgang Benz/Barbara Distel (Hg.), Der Ort des Terrors. Bd. 4 : Flossenbürg  – Maut- hausen  – Ravensbrück, München 2006, S. 293–346, hier 324–326. Neben den 1734 registrierten Frauen befanden sich auch ca. 2000 nicht registrierte Frauen im Stammlager, die mit einem Evakuierungstrans- port aus den Flossenbürger Außenlagern Freiberg und Venusberg nach Mauthausen gekommen waren, sowie über 1000 Frauen in Gunskirchen. Vgl. Helga Amesberger/Brigitte Halbmayr : Weibliche Häftlinge im KZ Mauthausen und seinen Außenlagern, unveröff. Projektbericht, Wien 2010, S. 159. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Deportiert nach Mauthausen Volume 2
Title
Deportiert nach Mauthausen
Volume
2
Authors
Gerhard Botz
Alexander Prenninger
Regina Fritz
Editor
Melanie Dejnega
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2021
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21216-4
Size
16.8 x 23.7 cm
Pages
716
Categories
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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