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Deportiert nach Mauthausen, Volume 2
Page - 558 -
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Page - 558 - in Deportiert nach Mauthausen, Volume 2

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558 | Alexander Prenninger starben in diesen Waggons, stehend, von den anderen aufrecht gehalten. Es war nicht mal Platz, sie irgendwo hinzulegen.»60 Solomon Salat erzählt, dass er Angst hatte, der Zug würde von Płaszów nach Auschwitz fahren ; von Häftlingen, die aus Auschwitz nach Płaszów gekommen waren, wusste er, dass Auschwitz ein Vernichtungslager war. Er berichtet ebenfalls von der extremen Hitze. Am dritten Tag erreichte der Zug schließlich Wien : «Der Zug kam in Wien an. Auf dem Wiener Bahnhof öffneten sie die Waggons. Es war ein enormer Gestank in den Waggons von all dem menschlichen Abfall, und hundert Menschen saßen alle drei Tage in einem Waggon, sehr heiß draußen. Ich war der Erste, der aus dem Auto sprang und mit einer anderen Person den Abfallkorb, die Abfallflasche, nahm, und wir rannten auf die große Pumpe zu, die Wasser zu den Lokomotiven pumpt  – Sie wissen, die Kohlenlokomotiven, und wir säuberten die Flaschen. Wir haben die Flaschen geleert. Wir haben sie gereinigt. Natürlich war ich mit Wasser durchnässt und trank auch dort unten viel Wasser. Ich habe mich damit erfrischt. Als wir zurückkamen, war dies der 10., 9. und 4. Au- gust. Wir stiegen wieder in den Waggon. Sie schlossen die Waggons wieder und verriegelten sie. Wir sind wieder unterwegs. Und es dauerte noch einen Tag, bis wir Mauthausen erreich- ten. Als wir am Bahnhof Mauthausen ankamen, gab es viele andere Leute. Viele Menschen waren dehydriert und konnten nicht alleine gehen. Eine Reihe von Männern sind tot.»61 Alle Berichte über den Transport von Płaszów nach Mauthausen bieten das gleiche Bild : die extreme Hitze, die furchtbare Enge in den Waggons, die tagelange Zugfahrt und die zahlreichen Todesfälle auf dem Weg. Die Berichte über diesen Transport mit ausschließlich jüdischen Häftlingen unterscheiden sich vor allem im letzten Punkt von den Erzählungen über die Transporte polnischer und sowjetischer Häftlinge aus Auschwitz. Jan Wojciech Topolewski und Henryk Nowicki wurden beide am 17. bzw. 18. September 1944 nach Mauthausen gebracht. Nowicki erzählt, dass die Häftlinge zu je achtzig Mann in Postwaggons untergebracht waren : «Einer trat, einer schupste den anderen  … Es wurde laut. Und wir hörten : ‹Ruhe !› Die Abend- dämmerung fiel schon ein, alle wurden still. Aber nach einiger Zeit wieder : ‹Ruhe !› Wieder ging irgendetwas vor sich. Ein SS-Mann schrie wohl noch zweimal so. Und plötzlich kam er mit einer Taschenlampe hereingestürzt, ich sah seine beleuchtete Schnauze und diesen Totenkopf. Und er fing an, mit der Peitsche auf uns einzudreschen, so einzudreschen  … Ir- 60 AMM, MSDP, OH/ZP1/090, Interview mit Mieczysław Staner, Interviewerin : Agnieszka Knyt, Krakau, 8. 4. 2002 ; zit. nach Katarzyna Madoń-Mitzner (Hg.) : Errettet aus Mauthausen. Berichte polnischer ehe- maliger Häftlinge des NS-Konzentrationslagers Mauthausen-Gusen, Warszawa 2010, S. 125. 61 AMM, MSDP, OH/ZP1/445, Interview mit Salomon J. Salat, Interviewerin : Elisabeth Pozzi-Thanner, Eli- sabeth, NJ, 18. 6. 2002, Transkript, Z. 741–752. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Deportiert nach Mauthausen Volume 2
Title
Deportiert nach Mauthausen
Volume
2
Authors
Gerhard Botz
Alexander Prenninger
Regina Fritz
Editor
Melanie Dejnega
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2021
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21216-4
Size
16.8 x 23.7 cm
Pages
716
Categories
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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